Die BHF Gruppe hat ihren Luxemburger Ableger BHF Bank International Ende Oktober geschlossen. Diesen Schritt bestätigte das Geldinstitut gegenüber FONDS professionell ONLINE. Gründe für diesen Schritt gab sie auf Nachfrage nicht an. (Anm. der Red. In einer am 9. November versandten Pressemitteilung teile die BHF lediglich mit, dass der Schritt nach "umfassender Analyse" getan worden sei).

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) hat einen Verdacht: Sie mutmaßt, dass das Institut schlicht nicht mehr gebraucht wurde. Eine der Aufgaben der rund 25 am Luxemburger Standort beschäftigten Mitarbeiter war, als Verwahrstelle der 70 Luxemburger Fonds von Frankfurt-Trust – davon 36 Publikumsfonds – mit einem Volumen von 5,3 Milliarden zu fungieren. Der Asset Manager der BHF-Gruppe hat diese Aufgaben aber unlängst an die zur französischen Crédit-Agricole-Gruppe gehörende Caceis übertragen, wie aus einem Anlegerschreiben hervorgeht, das auch FONDS professionell ONLINE vorliegt. Sie hat auch alle Mitarbeiter der BHF Bank International bis auf den Vorstand übernommen. Zudem sei die Hauptaufgabe der BHF Bank International, das Cash-Management, in Frankfurt zentralisiert worden.

Gerüchte um einen Verkauf von Frankfurt-Trust
Die Schließung der für die BHF-Gruppe nicht mehr benötigten Bank hat der FAZ zufolge zudem ein weiteres Gerücht befeuert: den Verkauf von Frankfurt-Trust. Auch hier ist das Argument, dass der Vermögensverwalter im Grunde nicht mehr benötigt werde.

Schließlich, so die Zeitung, verfüge BHF-Mehrheitseigner Philippe Oddo mit Oddo-Meriten bereits über einen in Deutschland tätigen Asset Manager. Daher sei Frankfurt-Trust mit seinen 16 Milliarden Euro an verwaltetem Kundengeld bereits anderen Fondsgesellschaften angeboten worden. Sprecher der BHF-Gruppe haben sich dazu gegenüber FONDS professionell ONLINE bislang nicht geäußert. Allerdings hatte BHF-Bank-Vostand Joachim Häger Ende August in einem Interview klargestellt, dass man auch weiterhin mit Frankfurt-Trust plane.(jb)