Wer vor rund drei Jahren Bitcoin kaufte, darf sich heute glücklich schätzen. Damals kostete ein Bitcoin rund 20.000 Euro, bis Sommer dieses Jahres verfünffachte sich der Kurs. Auch wenn die Notiz seit Anfang November deutlich korrigierte, dürften viele Krypto-Fans auf satten Gewinnen sitzen. Die Rallye verdanken Anleger zu einem guten Teil US-Präsident Donald Trump. "Die USA haben mit dem im Juli dieses Jahres verabschiedeten 'Genius Act' das Momentum erhöht, was die Kryptokurse nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder nach oben trieb", erklärt Magnus Burkl, Partner bei der Strategieberatung Oliver Wyman.

Trotz der Kursknicks bei Bitcoin ist die Nachfrage privater Kunden hoch. Dagegen ist das Angebot deutscher traditioneller Banken mit Blick auf Bitcoin und andere bekannte Digitalwährungen wie Ethereum oder Litecoin mager, zeigt eine Umfrage der Redaktion. Andere Krypto-Assets wie Stablecoin oder Non Fungible Token, die technisch auf der gleichen Basis beruhen, spielen keine Rolle. "Wenn die Banken und auch die Privatkunden von 'Krypto' reden, meinen sie Kryptowährungen – und hier vor allem Bitcoin", stellt Julian Schmeing klar, Partner der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Zeb.

Mageres Krypto-Angebot bei deutschen Banken
Von den in einer Stichprobe befragten 18 Instituten teilten nur zwei der Redaktion mit, dass sie Privatkunden Direktinvestments in Kryptowährungen anbieten: Die Commerzbank kündigte an, dass "spätestens 2026" für Kunden der Marke Comdirect Kryptowährungen verfügbar sind. Die Santander Bank führt die Währungen selbst nicht, verweist aber auf ihre Digitaltochter Openbank, die deutschen Kunden seit September fünf Krypto­währungen anbietet, darunter Bitcoin.

Bei anderen Geldhäusern werden Bitcoin-Fans nicht fündig: Weder über die Targobank noch über Privatbanken wie Metzler, Donner & Reuschel und Hauck Aufhäuser Lampe können Kunden digitale Währungen beziehen. Gleiches gilt für die Deutsche Bank, M.M. Warburg, die Quirin Privatbank und die Fürstlich Castell’sche Bank, die Kunden aber Zugang zu börsengehandelten Indexprodukten (ETPs) auf Kryptowährungen ermöglichen. Das Bankhaus Bauer bietet als Alternative einen hauseigenen Fonds an, der auch in Kryptowerte investieren kann. Einige weitere Institute wie Apobank, Berenberg, BNP Paribas, Fürst Fugger Privatbank, Hypovereinsbank und Oddo BHF äußerten sich nicht.

Startschuss 2026
Dagegen sind die Volks- und Raiffeisenbanken Vorreiter. Schon vor drei Jahren hatte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) seinen rund 670 Mitgliedern freigestellt, ob sie Kunden Kryptowährungen zur Verfügung stellen. Bereits damals kündigte der Verband an, die technischen Voraussetzungen für den Handel zu schaffen. Bald ist es so weit: Der Startschuss für die von der DZ Bank und dem genossenschaftlichen IT-Dienstleister Atruvia gemeinsam mit der Börse Stuttgart entwickelte Handelslösung "Mein Krypto" soll Anfang 2026 fallen. Darüber können Kunden Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano kaufen und verkaufen.

Auch über Sparkassen werden Kunden in absehbarer Zukunft digitale Währungen beziehen können. Noch vor drei Jahren empfahl der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) den öffentlich-rechtlichen Instituten, vom Kryptohandel abzusehen. In diesem Sommer erklärte der DSGV dann aber, die Sparkassen-Finanzgruppe werde "einen verlässlichen Zugang zu einem regulierten Kryptoangebot schaffen". Als Starttermin dafür wird aktuell der Sommer 2026 genannt. (Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von FONDS professionell-Chefredakteur Bernd Mikosch: "Was Bitcoin mit Energy-Drinks eint"(jb)


Also alles zu kryptisch für die anderen Geldinstitute? Experten verneinen das – wie interessierte Leser im vollständigen Artikel "Bitte ein Bitcoin" ab Seite 416 oder auch hier im E-Magazin nachlesen können.