Der US-amerikanische Vermögensverwalter Blackrock hat im zweiten Quartal 2020 Nettomittelzuflüsse in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar (87,7 Mrd. Euro) verzeichnet. Eine klare Steigerung gegenüber den 35 Milliarden Dollar (32 Mrd. Euro), die der weltgrößte Asset Manager im ersten Quartal verbuchte. Der wesentliche Grund für die deutlich niedrigeren Zuflüsse in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres war natürlich die Coronakrise. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2019 belief sich die Summe auf fast 400 Milliarden Dollar (366 Mrd. Euro).

"Immer mehr Anleger wenden sich an uns, da sie in eine unsichere Zukunft blicken", kommentiert Blackrock-Chef Larry Fink die Quartalszahlen. "Die Kunden vertrauen auf unsere Analysen, Ratschläge und Investmentlösungen. Das alles hat zur Vertiefung unserer Kundenbeziehungen geführt sowie dazu, dass Kunde uns einen größeren Teil ihres Vermögens anvertrauen."

Über 60 Milliarden Dollar flossen in Anleihenfonds
Die Zuflüsse kommen zum großen Teil aus festverzinslichen Produkten sowie erneut aus der Kategorie "Cash Management": Das Nettomittelaufkommen dieser sehr kurzfristigen, geldmarktnahen Anlagen betrug im zweiten Quartal 24,2 Milliarden US-Dollar (21,2 Mrd. Euro) nach 52,5 Milliarden Dollar (47,6 Mrd. Euro) im ersten Quartal. Anleihenfonds waren aber noch beliebter: 60,3 Milliarden Dollar (52,6 Mrd. Euro) flossen in diese Kategorie. Dagegen zogen Anleger aus Aktien- und Multi-Asset-Produkten in Summe rund neun Milliarden Dollar (7,9 Mrd. Euro) ab. 

Der Quartalsbericht zeigt weiter, dass die ETFs der Marke iShares 50 Milliarden Dollar (43,9 Mrd. Euro) einsammeln konnten. Davon gingen alleine 57 Milliarden Dollar (50 Mrd. Euro) auf das Konto von Anleihen-ETFs, während Anleger aus Aktien-ETFs rund 14 Milliarden Dollar (12,3 Mrd. Euro) abzogen. Retail-Fonds verbuchten 16 Milliarden Dollar (14 Mrd. Euro) an frischem Geld, aus institutionellen Mandaten flossen knapp fünf Milliarden Dollar (4,4 Mrd. Euro) ab. 

Verwaltetes Vermögen wieder angestiegen
Erneut positiv entwickelte sich auch das Segment der alternativen Produkte, eingeschlossen illiquider Lösungen. Nachdem diese im ersten Quartal bereits beachtliche sieben Milliarden Dollar (6,4 Mrd. Euro) verbuchen konnte, waren es im zweiten Quartal sogar 11,1 Milliarden Dollar (9,7 Mrd. Euro). 

Das verwaltete Vermögen ist im zweiten Quartal wieder spürbar gestiegen. Nachdem der Corona-Crash in den ersten drei Monaten dafür sorgte, dass von Blackrock betreute Vermögen auf 6,5 Billionen Dollar (6 Bio. Euro) sank – 13 Prozent weniger als Ende Dezember 2019 –, stand es Ende Juni wieder bei 7,3 Billionen Dollar (6,4 Bn. Euro). (jb)