Blackrock möchte mit Hilfe moderner Technologie in allen Vertriebskanälen noch präsenter werden. "Die digitale Interaktion erleichtert es, jeden einzelnen Berater besser zu unterstützen. Ich denke beispielsweise an Reportings oder Produktinformationen", sagte Dirk Schmitz, der seit Januar die Geschäfte des US-Fondsriesen in Deutschland, Österreich und Osteuropa leitet, im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in Ausgabe 3/2018 erschienen ist. "Gleichzeitig werden wir den persönlichen Kontakt nicht vernachlässigen", so Schmitz. "Darum sitzen unsere Vertriebskollegen auch nicht nur hier in Frankfurt, sondern sind dezentral über ganz Deutschland verteilt."

Blackrock habe dabei nicht nur die Interaktion mit den Beratern im Auge, sondern es gehe auch um Tools, die der Berater in der Endkundenbindung nutzen könne. "Wir stellen Teile unseres Kapitalmarkt-Knowhows bereits den Vertriebspartnern zur Verfügung und werden das weiter ausbauen", sagt Schmitz. "Ein gutes Beispiel ist unser regionales Anlagestrategieteam um Martin Lück, das mit seinen Videos und Beiträgen sichtbar ist und damit den Beratern eine Vertriebsunterstützung gibt."

Der deutsche Marktführer DWS hat eine Online-Vermögensverwaltung entwickelt, die es Beratern erlaubt, ihren "eigenen" Robo anzubieten. Auf die Frage, ob Blackrock über ein ähnliches Projekt nachdenke, antwortet Schmitz: "Ja, denn wir wollen die Berater definitiv bei der Arbeit für ihre Kunden unterstützen. In den USA haben wir mit unserer Tochtergesellschaft Future Advisor schon ein ähnliches Produkt an den Markt gebracht. Oder denken Sie an 'Aladdin for Wealth', das auf unserem Portfolio- und Risikomanagementsystem Aladdin basiert und es Beratern unter anderem erlaubt, zu analysieren, wie sich ein Kundenportfolio in diversen Stressszenarien verhält."

Scalable Capital arbeitet "völlig eigenständig"
Blackrock hat sich auch in Deutschland an einem Robo-Berater beteiligt: Scalable Capital. Stößt dieses Engagement dem klassischen Vertrieb nicht sauer auf, weil er befürchten muss, seine Kunden an solche Online-Vermögensverwalter zu verlieren? "Generell muss sich jede Bank und jeder Vermittler mit den neuen digitalen Vertriebsplattformen auseinandersetzen", betont Schmitz. "Die Robos sind ein Phänomen, das uns nicht mehr verlassen wird." Scalable sei hierzulande ja keineswegs der einzige Anbieter. Inzwischen würden viele Kunden diese Art der Dienstleistung nachfragen. "Der klassische Vertrieb kann über diese Entwicklung traurig sein – oder er lässt sich bewusst darauf ein, mit Hilfe der Produktpartner. Ich glaube, letzteres wird der erfolgreichere Weg sein."

Schmitz weist den Eindruck zurück, Blackrock habe als B2B-Anbieter mit dem Engagement bei Scalable zumindest einen halben Fuß in die B2C-Welt gesetzt. "Den Schritt Richtung B2C-Geschäft haben wir nicht getan und werden wir auch nicht tun", sagt der Länderchef. Sein Unternehmen halte nur eine Minderheitsbeteiligung an Scalable, so wie weltweit bei einigen anderen Fintechs auch. "Das Unternehmen arbeitet völlig eigenständig, wir sind nur einer von vielen Produktlieferanten", betont Schmitz. Scalable bediene Privatanleger außerdem nur in einem Teil des Geschäfts direkt. "Das Unternehmen kooperiert seinerseits mit weiteren Vertriebspartnern, so dass noch zusätzliche Schritte bis zum Endkunden hinzukommen", so Schmitz. (bm)


Das ausführliche Interview mit Dirk Schmitz ist in der FONDS professionell-Heftausgabe 3/2018 erschienen. Dort spricht der neue Blackrock-Länderchef auch über seinen Wechsel aus dem Investmentbanking in die Fondsbranche, die Wachstumsziele des US-Vermögensverwalters in Deutschland, die Aufstellung seines Teams, strategische Partnerschaften mit Banken und die Frage, wie die Regulierung den Markt umkrempeln wird. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.