Das Multi-Family-Office Finvia ist vor wenigen Wochen gestartet. Dennoch konnte die Gesellschaft, die vom Ex-Investmentbanker Torsten Murke sowie fünf ehemaligen Mitstreitern von HQ Trust gegründet wurde, nach eigenen Angaben bislang rund zwei Milliarden Euro an Kundengeldern einsammeln. Daher hat der Finanzdienstleister auch seine Geschäftsprognose angehoben: Er geht Ende des Jahres von einem für Kunden betreuten Vermögen von 2,5 Milliarden Euro aus – 500 Millionen Euro mehr als geplant. Gleichzeitig wird das bereits 40-köpfige Team bis Ende 2021 auf bis zu 60 Mitarbeiter ausgebaut.

Die in Frankfurt ansässige Gesellschaft erklärt die Zahlen unter anderem mit ihrem neuen Technologieplattform. "Dabei ermöglicht unser Geschäftsmodell, dass wir unsere Leistungen einer deutlich größeren Zielgruppe zur Verfügung stellen, als es traditionell bei Family Offices der Fall ist. Bei dieser deutlich breiteren Zielgruppe gibt es einen großen Bedarf nach Family-Office-Leistungen, da das bisherige Angebot für ihre Vermögensziele völlig unzureichend ist", sagt Vorstandschef Torsten Murke. "Wir bieten diesen Kunden eine professionelle, ganzheitliche und unabhängige Navigation des Vermögens und dies zu Konditionen, die sonst nur institutionellen Investoren vorbehalten sind."

Algorithmus macht Anlagevorschläge
Das Family-Office setzt im Kern auf eine Vermögensstrukturierung, die digital erfolgt. Ein Algorithmus macht individuelle Vorschläge für eine konkrete Vermögensverteilung auf verschiedene Anlageklassen. Finvia legt bei diesen einen Fokus auf illiquide Beteiligungen wie Private Equity, Private Debt und Immobilen. Zudem setzen die Experten auf "ein Liquiditätsmanagement inklusive aller Verbindlichkeiten", um eine Gesamtvermögenssteuerung zu erreichen. (jb)