Die französische Großbank BNP Paribas setzt ihre Expansion in Deutschland mit dem Aufbau eines eigenen Wealth Managements fort. "Wenn man sich die Entwicklung von BNP Paribas in Deutschland anschaut, dann ist das eine kontinuierliche Wachstumsstory, die auf zwölf verschiedenen Geschäftseinheiten mit insgesamt rund 5.300 Mitarbeitern basiert", erläutert Michael Arends, der seit September 2018 das Wealth Management des Pariser Instituts in der Bundesrepublik verantwortet, im Interview mit FONDS professionell.

Insbesondere bei Firmenkunden habe sich die Bank in den vergangenen Jahren erfolgreich positionieren können. "Und wenn Sie sich anschauen, wer die Firmenkunden in Deutschland sind, landen Sie ganz schnell im Mittelstand – und zum Mittelstand gehören auch die Unternehmer und ihre Familien", so Arends. "Um diese ganzheitlich zu betreuen, bauen wir jetzt das Wealth Management mit einem erweiterten Serviceangebot in Deutschland aus."

"Einbettung in komplexe Familienstrategien"
Der neu hinzu gekommene Bereich beschäftige sich mit komplexen Beratungsanforderungen. "Unsere Kunden suchen nicht nur jemanden, bei dem sie ihre Wertpapieraufträge abgeben können oder der ein großes Produktportfolio im Wertpapierbereich anbietet, sondern es geht bei uns um die Einbettung in komplexe Familienstrategien, die zudem langfristig ausgelegt sind", erläutert der ehemalige Bethmann-Vorstand.

Arends möchte die Kunden nicht nach Größen klassifizieren. "Es geht weniger um das Volumen als um unterschiedliche Kundenbedürfnisse, die wir abdecken", betont er. "In Deutschland gibt es Kunden, die sind unternehmerisch tätig und auch stark in Immobilien investiert, legen aber wenig Geld in Wertpapieren an. Ich sage doch niemandem, wir nehmen dich nicht, wenn du uns nicht mindestens zehn Millionen Euro bringst."

Schon rund 50 Kollegen im Team
Arends sieht sich und seine Kollegen oftmals in der Rolle des "Moderators", der den Kunden mit den Spezialisten aus anderen Bereichen der Bank zusammenbringt: "Mein Idealszenario ist es, gemeinsam mit den Kollegen aus den Bereichen Corporate und Institutional Banking oder auch den Wertpapierdienstleistern gemeinsam zum Kunden zu gehen und zu zeigen, welche Expertise wir im Haus haben." Am Ende des Tages sei Wealth Management "Relationship", so Arends. "Wir sind der Sparringspartner unserer Kunden, mit dem sie über Geld reden können – bei allen finanziellen Themen, die ihre Familie, die eigene Person oder auch die unternehmerische Tätigkeit betreffen."

Aktuell arbeiten rund 50 Kollegen in Arends Team, einige neue werden im Laufe des Jahres noch dazukommen. "Die stärkste Fraktion sind BNP-Paribas-Leute, also Kollegen, die früher schon bei der Bank gearbeitet haben", erläutert Arends. "Zudem haben wir Personalberater eingeschaltet, und einige Mitarbeiter kamen auch über unser Netzwerk." Wichtig sei für ihn, ein Team neu aufzubauen und nicht "bestehende Kulturen" zu übernehmen.

Zu Jahresbeginn stieß beispielsweise der Ex-UBS- und Sal.-Oppenheim-Banker Christoph Hott als Leiter der Vermögensverwaltung zu Arends Team, im April folgte Gunter Wilfling von der Bethmann Bank als neuer Leiter für den Bereich Wealth Planning. (mh/bm)


Das vollständige Interview ist in FONDS professionell 2/2019 ab Seite 312 erschienen. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.