Beschäftigte der Commerzbank sind unzufrieden und beschweren sich im Intranet über die Geschäftsleitung, berichtet das "Handelsblatt". Grund für den Unmut ist insbesondere die variable Vergütung von außertariflich Beschäftigten für das vergangene Geschäftsjahr, die viele niedrig finden. Während Vorstandschef Manfred Knof zusammen mit seinem Fixgehalt insgesamt 5,7 Millionen Euro verdient hat, haben die 18.000 außertariflich Beschäftigten insgesamt 200 Millionen Euro zusätzlich erhalten – ihr Bonus lag also im Schnitt bei 11.111 Euro. "Die Mitarbeiter haben sich für das starke Geschäftsjahr 2021 genauso wie der Vorstand höhere Bonuszahlungen verdient", sagte Stefan Wittmann, Verdi-Gewerkschaftssekretär und Aufsichtsratsmitglied der Commerzbank, gegenüber dem "Handelsblatt". Als Reaktion will der Vorstand die Vergütungsregeln künftig überarbeiten.

Zusätzlich stören viele Commerzbank-Mitarbeiter sich an strikten Homeoffice-Regelungen. Nachdem die Homeoffice-Pflicht im März ausgelaufen war, führte die Commerzbank eine Übergangsregelung ein. Angestellte müssen jetzt die Hälfte ihrer Arbeitszeit in einem Quartal in Präsenz verbringen. Wie genau sie das gestalten, können sie mit ihrer Führungskraft individuell vereinbaren. 50 Prozent in Präsenz ist vielen Mitarbeitern aber zu viel, sie würden gerne mehr Zeit zu Hause verbringen, berichtet das "Handelsblatt". Und: "Diese Regelung wird in vielen Abteilungen zu starr gelebt", sagte Arbeitnehmervertreter Wittmann. "Ich würde mir gerade bei den IT-Mitarbeitern mehr Flexibilität wünschen, denn bei ihnen ist es meist egal, ob sie vom Büro aus arbeiten oder von zu Hause." Es bestehe die Gefahr, dass Fachkräfte abwandern. (fp)