Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg machte zuletzt immer wieder negative Schlagzeilen. Die Banken-Gruppe ist tief in den Cum-Ex-Steuerskandal verstrickt und musste bereits 150 Millionen Euro an den Staat zurück zahlen. Und nicht nur das: Die Bank schrieb bereits 2019 einen Vorsteuerverlust von 25 Millionen Euro und leidet seit Jahren unter problematischen Schiffskrediten. Da wundert es kaum, dass die Finanzaufsicht Bafin die Bank genau im Blick hat. Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" streitet sich die Behörde derzeit mit der Privatbank über die Erfolgsprämien für ausgewählte Mitarbeiter. Die Kontrolleure verlangen, dass diese nicht allzu hoch ausfallen – dafür sei die geschäftliche Lage des Instituts zu schlecht. 

M.M. Warburg ist nicht die einzige Bank, die eine Aufsichtsbehörde zur Bescheidenheit ermahnt.  Im Fall der Deutschen Bank hatte sich zuletzt sogar die Europäische Zentralbank (EZB) eingeschaltet, weil der deutsche Branchenprimus ursprünglich vorhatte, mehr als zwei Milliarden Euro an Boni auszuzahlen. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing lenkte daraufhin ein, die EZB ließ ihre Bedenken fallen. Im Fall "Warburg gegen Bafin" ist noch unklar, wie der Streit ausgeht. Die Bafin wollte sich nach Angaben der "Wirtschaftswoche" nicht zu den Boni-Infos aus Mitarbeiterkreisen äußern.

Attraktive Vergütung sicherstellen
Ein Sprecher der M.M. Warburg erklärte, sein Haus nehme das "Ergebnis der Prüfung der Aufsicht nicht vorweg, denn öffentliche Äußerungen hierzu könnten das Ergebnis des Verfahrens nur beeinträchtigen". Nach dessen Abschluss werde man "eine attraktive Vergütung der Mitarbeiter sicherstellen". Die Bank habe im Übrigen ihr Schiffsportfolio Anfang 2021 um 70 Prozent abgebaut und verzeichne eine "positive operative Entwicklung“ (fp)