Ärger für die Volksbank Köln Bonn: Das genossenschaftliche Institut hat eine unabhängige Anwaltskanzlei mit einer externen Sonderprüfung beauftragt, wie das Unternehmen mitteilt. Die Kanzlei soll klären, ob ein Vorstand der Bank "persönliche Vorteilsnahme" aus der Kreditvergabe für den Kauf des bekannten Bordells "Pascha" in Köln gezogen habe. Zudem geht es auch um mutmaßliche Verbindungen dieses Vorstands zu den Verantwortlichen einer Schleuserorganisation, die wohlhabenden Menschen gegen hohe Geldzahlungen Aufenthaltstitel für Deutschland verschafft haben soll.

Der Bankvorstand wurde für die Zeit der Prüfung beurlaubt; es gelte die Unschuldsvermutung. Zudem betont die Volksbank, dass sich das Ermittlungsverfahren der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen die Schleuserbande nicht gegen sie richte. Sie kooperiere aber mit den Behörden in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. "Nach Abschluss der externen Sonderprüfung werden wir darüber öffentlich informieren. In der Zwischenzeit wird sich die Volksbank Köln Bonn nicht zu weiteren Einzelheiten äußern", heißt es weiter in der Mitteilung.

Ausreichende interne Kontrollen der Bank?
Die Sonderprüfung ist die Folge der Berichterstattung in den vergangenen Wochen, dass die Bank einen Kredit für die Bordellimmobilie gewährt hatte. Dabei geht es um eine Zwischenfinanzierung in Höhe von fünf Millionen Euro, die die Volksbank Köln Bonn im Frühjahr 2021 für den Kauf der Immobilie an der Hornstraße in Köln bereitgestellt hatte, wie das "Handelsblatt" berichtet. Die Überbrückung wurde notwendig, weil der Käufer, ein chinesischer Investor, den vereinbarten Kaufpreis von elf Millionen Euro nicht vollständig zahlen konnte – ein Teil der Summe war den Berichten zufolge blockiert gewesen. Der Kredit war also offenbar mit erhöhten Risiken verbunden, dennoch wurde er gewährt. Das werfe Fragen auf, ob die internen Kontrollprozesse der Bank ausreichen.

Hinzu kommt, dass der Kredit unter Vermittlung eines Anwalts zustande kam, der persönlichen Kontakt zu dem Bankvorstand hatte und der zu den Hauptbeschuldigten der Schleuseraffäre zählt, so das "Handelsblatt": Anwälte und weitere Personen sollen kommunale Mitarbeiter bestochen oder beeinflusst haben, damit Aufenthaltserlaubnisse für wohlhabende Personen aus dem Ausland, oftmals aus China, trotz unzureichender Voraussetzungen erteilt wurden. Die Ermittlungen haben zahlreiche Behörden und Kommunen in Nordrhein-Westfalen erfasst. Der Staatsanwaltschaft Düsseldorf zufolge werden rund 500 Personen beschuldigt. (jb)