Borussia Dortmund will nach einer eher enttäuschenden Saison 2017/18 ohne Titel wieder angreifen und hat sich mit dem Schweizer Lucien Favré nicht nur einen neuen Trainer geholt, sondern auch auf dem Transfermarkt mit 70 Millionen Euro von allen Bundesligisten am tiefsten in die Tasche gegriffen. Doch an der Börse scheinen diese Ambitionen keinen sonderlichen Eindruck zu hinterlassen. Was dazu führt, dass die BVB-Aktie in einem Monat, wenn die Deutsche Börse ihre Indexlandschaft neu ordnet, wohl oder übel aus dem S-Dax verschwinden wird, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) – und das, obwohl der S-Dax von 50 auf 70 Mitglieder erweitert wird. Es sei denn, der Aktienkurs des Sportclubs würde in den kommenden zwei Wochen überraschenderweise explodieren und die Marktkapitalisierung weit über die aktuellen 550 Millionen Euro hinaus steigen.

Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein ist seit dem 23. Juni 2014 im Index der Kleinwerte gelistet. Alexander Langhorst, Geschäftsführer von GSC Research, prognostiziert im Gespräch mit der FAZ, dass der S-Dax-Abstieg nicht ohne Auswirkungen bleiben wird: "Als der BVB in den Index aufgenommen wurde, ist die Nachfrage nach der Aktie ein Stück weit nach oben gegangen. Nun könnte Abgabedruck aufkommen."

Befürchtet wird vor allem der Rückzug von Fondsgesellschaften aus dem englischsprachigen Raum. Professionelle Anleger, die sich in ihren Portfolios den S-Dax zum Maßstab nehmen, fallen als potentielle Käufer weg. Der aktuelle Aktienkurs liegt derzeit bei rund sechs Euro – und somit 28 Prozent unter dem Höchststand vom Oktober 2017. Nach dem Abstieg aus dem S-Dax dürfte diese also mit Abschlägen gehandelt werden. "Manche Investoren werden die BVB-Aktie vom Radar verlieren", so Langhorst. (mb)