Die Aktie der Fondsgesellschaft M&G hat einen enttäuschenden Handelsstart an der Londoner Börse hingelegt. Erstmals wurde die vom britischen Versicherungskonzern Prudential abgespaltene Gesellschaft als eigenständiges Unternehmen auf dem Parkett geführt. Die Aktie war zum Kurs von 220 Pence in den ersten Handelstag gestartet. Zum Börsenschluss am Montag, 21. Oktober, wurde das Papier mit 218 britischen Pence bepreist.

Damit beziffert sich der Börsenwert von M&G auf 5,7 Milliarden Pfund (6,6 Mrd. Euro) – und liegt unter den Erwartungen. Analysten hatten zuvor einen Wert von sechs bis 8,5 Milliarden Pfund errechnet. Im Frühjahr 2018 hatte der Mutterkonzern Prudential angekündigt, den traditionsreichen Asset Manager M&G samt seinem Europa-Geschäft abzuspalten und als Spin-off aufs Parkett bringen. Prudential selbst will sich auf das aussichtsreichere Versicherungsgeschäft in Amerika und Asien konzentrieren.

Schlechtes Timing für Asset-Manager-Aktien
Analysten hatten damit gerechnet, dass Anleger den ersten Handelstag nutzen, um ihr Vermögen von neuen M&G-Aktien in Prudential-Titel umzuschichten. Anteilseigner des alten Konzerns hatten jeweils Papiere der aufgeteilten, neuen M&G- und Prudential-Gesellschaften erhalten. Die M&G-Titel dürften bei der nächsten Routine-Überprüfung in den britischen Leitindex FTSE 100 aufgenommen werden.

Zudem startete die M&G-Aktie mitten ein flaues Börsenumfeld, das von den Wirren des Brexit gekennzeichnet war. Die Aktie der Deutschen-Bank-Tochter DWS hatte an ihrem ersten Handelstag ebenfalls am unteren Ende der Erwartungen notiert.(ert)