Die britische Finanzaufsicht FCA hat die Deutsche Bank wegen unzureichender Geldwäschekontrollen gerügt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur "Reuters" zufolge droht die FCA der Bank sogar mit dem Ausschluss vom britischen Markt, wenn Ende des Jahres nach einer Übergangszeit der Brexit endgültig ist.

Die Behörde stößt sich unter anderem an der Überprüfung der Kundenakten, also dem sogenannten "Know-Your-Customer"-Prozess (KYC, des Geldinstituts. Daher verlangt sie laut den Meldungen, die zuerst von der "Financial Times" veröffentlicht wurden, dass das Bankhaus nun monatlich berichtet, wie es seine Überprüfungsmechanismen verbessert. Bislang war ein vierteljährlicher Austausch vorgesehen.

Über 100.000 Akten müssen geprüft werden
Geldinstitute sind dazu verpflichtet, Informationen ihrer Kunden zu sammeln und zu dokumentieren. Damit soll verhindert werden, dass Konten zur Geldwäsche genutzt werden. Die FCA hat die Deutsche Bank bereits seit 2015 im Blick. Damals kam heraus, dass Kunden des Instituts mit Hilfe von sogenannten Aktienspiegelgeschäften jahrelang Schwarzgeld von Moskau nach London transferiert hatten.

Das immer noch größte deutsche Bankhaus wollte sich Reuters zufolge nicht zu dem Bericht äußern. Es erklärte aber, die Zahl der Mitarbeiter in dem Geschäftsbereich seit 2015 verdreifacht zu haben. "Risiko und Kontrollen sind ein Bereich, auf den sich alle Institute fokussieren. Wir investieren weiterhin stark in diese Bereiche", zitiert die Nachrichtenagentur einen Banksprecher.

Bafin schickt Geldwäschebeauftragten
Aber nicht nur in Großbritannien steht das Institut im Visier der Behörden. Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) erinnert daran, dass die deutsche Finanzaufsicht Bafin der Bank aufgetragen hat, bis Sommer 2019 rund 20.000 Akten von besonders riskanten Kunden im Investmentbanking aktualisieren. Bis Mitte des laufenden Jahres muss sie weitere 40.000 Akten prüfen. Für nochmals 90.000 Kunden hat sie bis Sommer 2021 Zeit.

Zudem schickte die Bafin Ende 2018 einen Sonderbeauftragten zur Geldwäschebekämpfung in das Geldhaus. In den USA musste die Bank in früheren Verfahren wegen Geldwäsche-Verstößen bereits Strafen von rund 700 Millionen Dollar zahlen. (jb)