Seit der Coronakrise ist der Begriff "Homeoffice" selbst im Wortschatz konservativer Arbeitgeber angekommen. Für viele Beschäftigte ist das ein Grund zur Freude, immerhin sparen sie so die nervenaufreibende (und zudem aktuell noch immer gesundheitsgefährdende) Pendelei. Entsprechend will eine Vielzahl der Angestellten auch nach der Pandemie nicht auf die Vorteile der Heimarbeit verzichten.

Weniger zuträglich dürfte das dem Büromarkt sein. Denn die Leerstandsquote ist schon im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent angestiegen, wie aktuelle Zahlen des Gewerbeimmobilien-Dienstleisters Colliers International zeigen. 

Bis zum Jahr 2025 dürfte die Leerstandsquote weiter klettern, zeigt die Untersuchung. Allerdings ist der Effekt nicht so enorm, wie man vielleicht annehmen könnte: Die Analysten von Colliers International haben unterschiedliche Szenarien durchgespielt, abhängig davon, wie stark der “Homeoffice-Effekt“ sich auf den Leerstand auswirkt. In seiner stärksten Ausprägung würde die Heimarbeit die Büroleerstandsquote bis zum Jahr 2025 auf 5,8 Prozent zunehmen. 
 
Mehr Interaktionsflächen
Grund dafür, dass die Leerstandsquote trotz Homeoffice vermutlich nicht explodieren wird, sind größer werdende gemeinsam genutzte Flächen für die Mitarbeiter, die immer mehr in den Trend kommen. “Nach derzeitigen Erfahrungen gehen wir davon aus, dass bei einem Teil der Neuanmietungen höhere Homeoffice-Quoten zu einer geringeren Bürofläche pro Mitarbeiter führen, auf der anderen Seite jedoch der Anteil der Allgemein-, Interaktions- und Verkehrsflächen steigen wird“, schreiben die Analysten. (fp)