Der Filialabbau bei deutschen Banken hat 2018 noch einmal an Fahrt gewonnen. Dies zeigen Daten der Bankstellen-Statistik der Bundesbank. Die Zahl der inländischen Zweigstellen verringerte sich im vergangenen Jahr gegenüber 2017 sehr deutlich um 2.239 auf 27.887 Filialen. Dies entspricht einem Rückgang um 7,4 Prozent. Im Vorjahr hatten die Geldhäuser "nur" 1.900 Zweigstellen dicht gemacht.

Der Abbau fiel je nach Bankengruppe unterschiedlich aus. Die Sparkassen dünnten ihr Filialnetz um 442 auf 9.732 Filialen aus. Damit fiel die Gesamtzahl in diesem Sektor erstmals unter die Grenze von 10.000. Die Genossenschaftsbanken bauten noch stärker Zweigstellen ab und machten in 500 Filialen das Licht aus. Damit sank die Zahl auf 8.955. Die meisten Filialen schloss die Gruppe der sogenannten Kreditbanken. Die Zahl der Zweigstellen in diesem Sektor nahm um 1.272 auf 7.770 ab. Das entspricht einem rechnerischen Rückgang von satten 14,2 Prozent.

Deutsche Bank umgruppiert
Die Bundesbank unterteilt die Gruppe der Kreditbanken noch einmal in Groß- und Regionalbanken. Durch den Zusammenschluss von Postbank und dem Privat- und Firmenkundenbereich der Deutschen Bank wanderte diese nun von der Gruppe der Regional- in die der Großbanken. Um diesen Sondereffekt bereinigt sank die Zahl der Filialen bei der Untergruppe der überregionalen Großbanken sogar um 15 Prozent.

Auch das Feld der Wettbewerber lichtet sich zusehends, nicht zuletzt wegen diverser Fusionen im Sparkassen- sowie im Volks- und Raiffeisenbankensektor. Der Filialabbau ist also auch vor diesem Hintergrund zu sehen. Der Bundesbank zufolge sinkt generell die Zahl der Geldhäuser in Deutschland: Im Jahresverlauf ging die Zahl der Kreditinstitute um 40 auf 1.783 zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent.

Brexit dämpft Abbau
"Der Bankensektor erlebt strukturelle Veränderungen", kommentiert Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling die Entwicklung. "Grund hierfür sind vor allem das Niedrigzinsumfeld, die herausfordernde Wettbewerbssituation sowie die Digitalisierung, die hohe Investitionen und Anpassungen von den Banken erfordert." Daher seien auch in den kommenden Jahren weitere Fusionen im Bankensektor zu erwarten.

Allerdings wurde die Entwicklung 2018 etwas gedämpft – durch den Brexit. Denn das Minus hatte sich 2017 sogar noch auf 3,4 Prozent beziffert. Den Schließungen standen 2018 einige Neuzugänge von europäischen und internationalen Banken gegenüber, die sich auf den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union vorbereiteten und hierzulande ein Institut eröffneten, berichtet die Bundesbank. (ert)