Die Coronakrise lässt die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr so stark schrumpfen wie seit der Finanzkrise nicht mehr – dennoch sind die Deutschen finanziell zufrieden. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit ihrer finanziellen Situation momentan zufrieden oder sehr zufrieden sind. Unter den Jüngeren sind es sogar 46 Prozent. "Vor allem aber sind die Menschen in Deutschland optimistisch, dass wir als Gesellschaft über diese Krise hinwegkommen", sagt Helmut Schleweis, Präsident des DSGV.

Das Ergebnis überrascht. Ein Großteil der Befragten musste Corona-bedingte Abstriche beim Einkommen hinnehmen, zehn Prozent sprachen sogar von erheblichen Einbußen. Besonders betroffen waren Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie Selbstständige. "Trotzdem geht jeder Dritte davon aus, dass sich die eigene finanzielle Situation in den nächsten zwei Jahren verbessert", sagt Schleweis. 

Verminderte Kauflaune
Die Pandemie hat auch das Konsumverhalten der Deutschen geprägt. Nach eigenen Angaben haben 41 Prozent der Befragten in den ersten sechs Monaten des Jahres weniger Geld ausgegeben – und auch künftig will nur jeder Zehnte mehr für Konsum ausgeben. Viele Deutsche sorgen jetzt lieber vor. Ein knappes Drittel der Befragten hat das eigene Sparverhalten in Zeiten der Coronakrise angepasst oder plant dies zu tun. Gerade jüngere Generationen sind vorsichtig: Fast 80 Prozent der 14- bis 29-Jährigen möchte sogar mehr sparen. Das gesparte Geld investieren sie am liebsten in nachhaltige Anlageinstrumente. (fp)