BVR-Sicherung: So massiv muss die Volksbank Brawo gestützt werden
Der Wertberichtigungsbedarf erreicht 608 Millionen Euro, vor allem wegen des Immobiliengeschäfts. Garantien und zusätzliches Eigenkapital sollen nun die Restrukturierung der Volksbank Brawo ermöglichen.
Die angeschlagene Volksbank Brawo wird mit bis zu einer Dreiviertelmilliarde Euro von der Solidargemeinschaft der genossenschaftlichen Banken in Deutschland gestützt.
Zum einen gibt die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Garantien von 473 Millionen Euro ab, durch die bestehende Risiken des Instituts abgeschirmt werden. Das teilte die Volksbank Brawo am Dienstag (15.9.) mit.
Zum anderen stärkt die Einrichtung durch die Zeichnung von Geschäftsguthaben von bis zu 250 Millionen Euro das Eigenkapital der Bank, damit die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen während des nun geplanten Restrukturierungsprozesses eingehalten werden können.
"Das Jahresergebnis 2025 wurde insbesondere durch hohe negative Bewertungseffekte bei Krediten, Wertpapieren, Beteiligungen und Immobilien belastet, die im Zusammenhang mit dem bisherigen Geschäftsmodell der Volksbank Brawo stehen", erklärte die Bank.
Immobilien verursachen Großteil der Belastungen
Den Wertberichtigungsbedarf bezifferte sie auf etwa 608 Millionen Euro. Vier Fünftel entfallen demnach auf das Geschäftsfeld Immobilien. Weitere 13 Prozent stammen aus dem Bereich Corporate Investments, in dem Beteiligungen an kleinen und mittelgroßen Unternehmen gebündelt sind. "Anstatt positive Erträge zu liefern, wurden viele Beteiligungen mit neuen Kreditlinien gestützt", sagte Vorstandssprecher Lars Berkefeld.
Die Volksbank Brawo hatte im Mai ihren langjährigen Chef Jürgen Brinkmann freigestellt und erklärt, bei der Sicherungseinrichtung einen Antrag auf Hilfen stellen zu wollen. Zudem war von Risiken aus Wertberichtigungen die Rede. Details wurden damals aber noch nicht genannt.
Das bisherige Geschäftsmodell und die Geschäftsstrategie sollen nach dem enormen Wertberichtigungsbedarf "grundsätzlich überarbeitet werden", wie die Bank am Dienstag (15.9.) erklärte. Immerhin 96 Prozent des Wertberichtigungsbedarfs seien auf die bankfernen Geschäftsfelder entfallen. (mb/Bloomberg)












