Alexander Schütz und Thomas Rieß lernten sich während eines Ferienjobs in der Generalvertretung einer Fondsgesellschaft Ende der 1980er-Jahre kennen. Weil ihr damaliger Arbeitgeber die Kundenportfolios ausschließlich mit hauseigenen Fonds bestückte, erkannten sie, dass objektives Fonds-Picking ein interessanteres Geschäftsmodell sein müsste.

Ihr 1991 gegründetes Unternehmen C-Quadrat bot österreichischen Anlegern daher ab einem Mindestinvestment von 100.000 Schilling (rund 7.300 Euro) standardisierte Fondsportfolios an. Die damals gestartete Erfolgsgeschichte dauert bis heute an, und mittlerweile verwaltet das Unternehmen neun Milliarden Euro. 2018 kaufte der chinesische Mischkonzern HNA die Mehrheit der C-Quadrat-Aktien. Mitte Mai 2019 übernahm Schütz überraschend gemeinsam mit Vorstandsmitglied und Aktionär Cristobal Mendez de Vigo wieder die Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen. 

Jebsen Group als Minderheitsaktionär
Ausschlaggebend für den Rückkauf der Anteile war dabei laut Schütz, dass die HNA Group im Rahmen ihrer Neuausrichtung entschieden hat, sich wieder auf das Kerngeschäft Luftfahrt und Logistik zu konzentrieren und sich von allen Beteiligungen zu trennen, die nicht dazu passen. "Für uns war angesichts dieses Strategiewechsels klar, die Anteile wieder zurückzukaufen und unsere eigene globale Expansionsstrategie konsequent weiterzuverfolgen", erklärt der Firmengründer im Gespräch mit FONDS professionell.

Neben Schütz und Mendez de Vigo hat sich die in Hongkong ansässige Investmentgesellschaft Jebsen Group mit einem Minderheitsanteil am Unternehmen beteiligt, ein für Schütz idealer Partner für eine Expansion in dieser Region. "Die Jebsen Group ist ein beeindruckendes privates Familienunternehmen mit Sitz in Hongkong und Wurzeln in Europa. Sie ist ein Vetriebsunternehmen für rund 200 weltweit führende Produkte auf dem chinesischen Festland, Hongkong, Macau und Taiwan. Mein Mitaktionär Cristobal Mendez de Vigo ist Non-Executive Director in der Jebsen Group", beschreibt Schütz den neuen Miteigentümer. 

Affiliated Managers Group als Vorbild
Ziel sei es nun, C-Quadrat als globalen, breit diversifizierten Nischenanbieter aufzustellen und die Expansion von C-Quadrat international fortzusetzen. Die unterschiedlichen Asset Manager des Unternehmens sollen dabei selbstständig agieren. "Ein Vorbild ist zum Beispiel die Affiliated Managers Group", so Schütz.

Das Produktsortiment ist bereits breit aufgestellt, trotzdem sieht man in einigen Bereichen noch Bedarf. "Aktuell finden wir die Bereiche Private Equity, Credit, Mezzanine Capital und Hedgefonds interessant. Wir sind in diesen Bereichen noch nicht tätig", gibt Schütz einen Einblick in eine mögliche Expansionsrichtung. (gp)


Das vollständige Interview mit C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz finden Leser in der kommenden Heftausgabe 2/2019 von FONDS professionell, die Ende Mai 2019 erscheint.