Die BayernLB-Tochter DKB plant keine Änderungen an ihren bestehenden Homeoffice-Regeln. Das erklärte Vorstandschef Sven Deglow im Interview mit "Bloomberg". Zugleich laufen die Vorbereitungen für den Einzug in einen neuen Berliner Campus, während die Bank parallel ihren Technologie-Standort in Valencia personell ausbauen will.

"Wir haben das Ziel ausgegeben, zwei Tage die Woche im Büro zu sein. An den übrigen drei Tagen ist Homeoffice möglich", sagte Deglow. Die genaue Ausgestaltung obliege aber den einzelnen Teams. "Das läuft sehr gut, und wir haben momentan keine Pläne, an den Regelungen etwas zu ändern."

Einige andere Banken hatten zuletzt die Zügel angezogen und verlangt, dass Mitarbeiter häufiger ins Büro kommen.

Neuer Campus in Berlin
Die genaue Anwesenheit wird nach den Worten von DKB-Finanzchef Jan Walther zwar nicht getrackt. Er gehe aber davon aus, dass die Präsenz im neuen Campus zunehmen werde. "Denn dort sind erstmals alle Kollegen unter einem Dach, es gibt eine Kantine, ein Gym, eine Skybar", sagte er.

Im August soll der Umzug in den Campus in der Berliner Europacity beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die DKB übernimmt ein rund 35.000 Quadratmeter großes Areal, das neu gebaut wurde. "Vier Gebäude, die wir in Berlin derzeit noch nutzen, werden wir abmieten", sagte Walther.

Auch angesichts der Homeoffice-Regeln will die DKB in dem neuen Campus eine Desksharing-Quote der Arbeitsplätze von 0,5 vorhalten. Das heißt, theoretisch teilen sich zehn Mitarbeiter insgesamt fünf Schreibtische. Hinzu kommen weitere Rückzugsorte für die kollaborative Zusammenarbeit.

Technologie-Hub in Valencia wächst
Parallel zu den Vorbereitungen für den Campus in Berlin hat die DKB vor einem Jahr mit dem Aufbau eines neuen Standortes in Valencia begonnen. "Es ist ein Technology Hub, in dem wir neue Produkte entwickeln. Dort sitzen also keine Banker", sagte Walther.

In den vergangenen rund zwölf Monaten seien für Valencia bereits über 60 Mitarbeiter eingestellt worden. Walther geht davon aus, dass die Belegschaft dort auf über 100 bis Ende 2026 wachsen wird.

"Der Standort in Valencia macht für uns Sinn, da wir dort Mitarbeitende rekrutieren können mit anderen Skills, mit einem anderen Background", sagte Walther. Zudem ermögliche der Standort eine "größere Unabhängigkeit vom starken Wettbewerb um Tech-Talente in Deutschland", erklärte er.

Die DKB hatte 2025 das dritte Jahr in Folge mit einem Milliardenergebnis abgeschlossen. Bis 2030 soll der Gewinn laut Walther auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen. Die Bank will das Wertpapiergeschäft deutlich ausbauen, sich mit Kleinstunternehmen eine neue Kundengruppe erschließen und mehr KI einsetzen. (mb/Bloomberg)