Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors hat ihren deutschsprachigen Twitter-Account in "Winterschlaf" versetzt, wie auf dem Kanal zu lesen ist. Die Dauer sei noch nicht näher bestimmt, heißt es weiter. Ein Sprecher von Allianz Global Investors bestätigte auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE, dass der deutschsprachige Twitter-Kanal vorerst nicht weiter bestückt werde. Das Haus wolle die weitere Entwicklung auf der Plattform beobachten. Ein Grund sei der Eigentümerwechsel, aber auch die ohnehin eher begrenzte Reichweite von Twitter in der Branche.

Die Muttergesellschaft, der Münchner Versicherungsriese Allianz, hatte Werbung auf dem Kurznachrichtendienst gestoppt. Hintergrund ist der Eigentümerwechsel des sozialen Mediums. Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk hatte Twitter gekauft und große Teile der Belegschaft entlassen. Unter Werbekunden war daraufhin die Befürchtung aufgekeimt, dass Hass- und Hetze-Kommentare nicht mehr ausreichend gelöscht werden. Zuletzt hatte Musk die Twitter-Nutzer über die Wiederzulassung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump abstimmen lassen. Eine knappe Mehrheit sprach sich dafür aus.

Geringere Bedeutung
Allianz Global Investors bestückt sein englischsprachiges Twitter-Konto weiterhin. Auch hier wolle das Haus aber die weitere Entwicklung beobachten, teilte der Sprecher mit. Er verwies zudem darauf, dass das Twitter-Format mit seinen engen Grenzen bei der Textlänge oft nicht für eine ausführliche Argumentation ideal sei. Andere von FONDS professionell befragte Asset Manager wollten sich noch nicht zu einem möglichen Twitter-Stopp äußern.

Eine Analyse der Kommunikationsberatungsgesellschaft Peregrine hatte jüngst gezeigt, dass Twitter in der Asset-Management-Branche eine geringere Rolle spielt als das soziale Netzwerk Linkedin. Die durchschnittliche Zahl der Reaktionen auf Beiträge der Asset Manager sei auf Linkedin zehn Mal höher als auf Twitter. Das zeige deutlich, dass die Zielgruppe auf Linkedin sich eher mit den Inhalten der Asset Manager beschäftige, so die Studienautoren. Gleichwohl halte rund ein Drittel der Fondshäuser an Twitter fest, da es ein wichtiger Kanal für Dritte außerhalb der Fondsbranche sei. (ert)