Check 24 bleibt auf absehbare Zeit der einzige geprüfte Anbieter eines Girokontenvergleich in Deutschland. Und das trotz der Tatsache, dass der Online-Riese aus München selbst Girokonten anbietet. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) meldet, dass der für die Begutachtung von Plattformen zuständige TÜV Saarland im Augenblick keine weitere Zertifizierung vornehme. 

Mehrere andere Gesellschaften, die ebenfalls auf Vergleiche von Bank-Konditionen spezialisiert sind, hätten abgewinkt. Ihnen sei das Zertifizierungsverfahren zu teuer oder zu aufwendig. Manche, so die FAZ, würden vielleicht auch nicht tätig, weil es womöglich zu starke Beschränkungen für ihr Geschäftsmodell bedeutet hätte.

Beschwerde von Genossenschaftsbanken
Volksbanken und Sparda-Banken hatten sich bei der Bundesregierung beschwert, dass Check 24 die einzige offizielle Stelle für Girokonten-Vergleiche in Deutschland nach der entsprechenden europäischen Richtlinie sei – und zugleich seit ein paar Wochen selbst eine Bank betreibe, bei der Verbraucher Girokonten führen lassen könnten.

"Wir nehmen die Hinweise der Volksbanken und Sparda-Banken ernst und gehen ihnen nach", zitiert die FAZ eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums zu dem Thema. "Auch wir erachten es als wünschenswert, dass es mehr als einen Anbieter einer Vergleichswebsite gibt." Nach den Vorgaben der europäischen Zahlungskontenrichtlinie sei es allerdings ausreichend, wenn Verbraucher entgeltfreien Zugang zu mindestens einer Website hätten, die einen Vergleich der Entgelte ermögliche. (jb)