Joonko stellt zum 30. Oktober den Betrieb ein. Die Internetseite wird per Monatsende abgeschaltet. Das Vergleichsportal für Versicherungen und Finanzprodukte ging vor einem Jahr an den Start und bot Endkunden anfangs Vergleiche für Kredite und für Kfz-Versicherungen. Genau dieser enge Fokus zu Beginn ist dem Berliner Start-up, das Branchenprimus Check24 das Feld streitig machen wollte, nach eigenen Angaben zum Verhängnis geworden.

"Mit Eintritt der nicht vorhersehbaren Covid-19-Pandemie im Frühjahr kam es zu einem drastischen Rückgang des Kfz-Versicherungsgeschäft", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Nachfrage nach Automobilen und entsprechenden Versicherungsprodukten sei kollabiert. "Für einen jungen Player auf dem sehr umkämpften Markt wurde die Kundenakquisition somit stark erschwert und nur mit einem weiteren hohen Kapitalbedarf möglich."  

Investor stieg aus
Die Akquise von Endkunden ist für Gesellschaften und vor allem Start-ups mit einem digitalen Angebot tatsächlich immer sehr schwer. Kosten für Werbung im Internet und in Sozialen Medien laufen schnell aus dem Ruder.

In der Mitteilung heißt es weiter, dass eine im Frühjahr eingeleitete Finanzierungsrunde mit bestehenden und neuen Investoren nicht abgeschlossen werden konnte. Einer der Haupt-Risikokapitalgeber sei kurzfristig ausgestiegen. "Eine alternative und ausreichende Finanzierung ist in so kurzer Zeit nicht möglich, weswegen das Unternehmen nun den Schritt geht und das Geschäft einstellt", schreibt die Gesellschaft.

"Wir sind mit einer großen Vision und Ambition im letzten Jahr an den Start gegangen. Wir sind mit hoch innovativen Produkten im Markt gestartet und sind bis heute überzeugt, dass der Vergleichsmarkt einen weiteren fairen und transparenten Player braucht", sagt Joonko-Vorstandschefin Carolin Gabor. "Die Pandemie hat uns jedoch als junges Unternehmen gezeigt, dass dafür mehr Kapitalpuffer nötig ist. Eine ausreichende Finanzierung konnten wir mit unseren Investoren leider zu diesem Zeitpunkt nicht realisieren." (jb)