Wells-Fargo-Vorstandschef Tim Sloan räumt nach nur zweieinhalb Jahren wieder seinen Posten. Am Donnerstag trat der Manager mit sofortiger Wirkung zurück. Das berichtet das "Handelsblatt". Als Grund nennt die Zeitung den steigenden Druck von Seiten der demokratischen US-Senatorin Elizabeth Warren. Für sie war Sloan als operativer Vorstand mit verantwortlich für die Skandale um Scheinkonten und zu hohen Gebühren.

Nicht alle teilen diese Meinung. Jeff Sonnenfeld, Management-Professor der Universität Yale, kritisierte im Börsensender CNBC, Warren habe "den Mann rausgeschmissen, der die Skandale aufräumt." An den Finanzmärkten wurde der Schritt von Sloan indes weitestgehend positiv aufgenommen. Die Aktie legte nach Börsenschluss um rund drei Prozent zu.

Skandale kamen ans Licht
Sloan kam im Herbst 2016 ins Amt, nachdem sein Vorgänger John Stumpf über eine Affäre um Scheinkonten gestolpert war. Unter seiner Führung kamen weitere Skandale ans Licht. So wurde im August 2018 beispielsweise bekannt, dass mehrere Angestellte ihr Gehalt offenbar mit falschen Essensbelegen aufbesserten. Wells Fargo soll deshalb mehr als ein Dutzend Mitarbeiter seiner Investmentsparte entlassen oder freigestellt haben. (fp)