Wer einen Blick auf die deutschen Fondsboutiquen wirft, stellt schnell fest, dass ein Thema immer näher rückt: Der Generationenwechsel wird so langsam virulent, immerhin ist ein Großteil der Unternehmen vor rund 20 Jahren oder früher aus der Taufe gehoben worden. Viele Gründer stehen bis heute als geschäftsführende Gesellschafter oder Vorstandsvorsitzende an der Spitze ihrer Firmen, die meisten sind älter als 55 Jahre. FONDS professionell wollte in Erfahrung bringen, wie es in Sachen "Next Generation" in der Branche aussieht, und hat mit unabhängigen Vermögensverwaltern gesprochen, die Fonds anbieten.

Friedrich Huber, 60 Jahre alt, und Michael Reuss, 52, die beiden Gründer des Münchner Vermögensverwalters Huber, Reuss & Kollegen, haben bisher nicht verlauten lassen, dass sie sich langsam zurückziehen wollen. "Wir haben uns intern entschieden, das Unternehmen operativ in die nächste Generation zu führen", sagt Geschäftsführer Christian Fischl. Daher hat er bereits vor drei Jahren einen Generationenplan für seine Mitarbeiter geschrieben.

Jeder muss wissen, woran er ist
"Es ist wichtig, dass gerade unsere Privatkundenberater wissen, was passiert, wenn sie etwa früher in Rente gehen oder beruflich kürzertreten möchten", erklärt er. Während das Research- und das Investmentteam relativ jung ist, liegt das durchschnittliche Alter der Privatkundenberater bei 50 plus. Kunden fragten immer wieder einmal, wie lange ihr Berater denn noch arbeiten werde. "Daher haben wir angefangen, die nächste Generation aufzubauen und Juniorberater einzustellen", so Fischl. 

So lässt sich ein praktisches Tandem-Modell auf die Beine stellen, das viele Vorteile hat. Die jungen Profis können an der Seite der "alten Hasen" Erfahrung sammeln. Wenn ein älterer Kollege etwas weniger arbeiten möchte, könnte er einen Teil seiner Aufgaben an seinen jungen Tandem-Partner abgeben. "Diesen Plan haben wir gegenüber den Mitarbeitern und auch gegenüber den Kunden transparent kommuniziert", berichtet Fischl. "Denn ein Schlüssel für einen solchen Generationenübergang ist, dass jeder weiß, woran er ist", sagt er.


Einen ausführlichen Bericht darüber, wie deutsche Fondsboutiquen den Generationenwechsel vorbereiten, finden Sie in der aktuellen Ausgabe 4/2021 von FONDS professionell ab Seite 310. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.