Im Übernahmekampf um die Commerzbank treibt die Unicredit die nächsten Schritte voran. Vorstandschef Andrea Orcel will bereits Anfang Mai ein offizielles Angebot vorlegen und sieht den Prozess als kaum noch umkehrbar an.

"Der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten", sagte Orcel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich bin zuversichtlich, dass es am Ende so kommen wird, weil die industrielle Logik klar ist und man am Ende des Tages nicht gegen die Schwerkraft ankommt."

Angebot soll Anfang Mai starten
Konkret peilt die Unicredit den 5. Mai für die Veröffentlichung der Offerte an. Geplant ist zunächst eine vierwöchige Annahmefrist, die bei Bedarf verlängert werden kann.

"Wir planen mit einer vierwöchigen Annahmefrist, die möglicherweise um zwei Wochen verlängert wird, sollte es zu Anpassungen kommen", so Orcel gegenüber der "FAZ". Einen Rückzug schloss er aus: "Ein kompletter Rückzug kommt aktuell nicht infrage – und die Zahlen stützen diese Haltung."

Die Avancen stoßen in Frankfurt und Berlin auf Widerstand. Die Commerzbank wehrt sich gegen die feindliche Übernahme, während auch der Bund als Großaktionär die Pläne ablehnt. Die Unicredit ist bereits seit September 2024 investiert und hält knapp 30 Prozent der Anteile.

"Unser Ziel ist nicht Zerstörung"
Trotz des klaren Zeitplans hält sich Orcel Spielraum offen, heißt es in dem Bericht. Änderungen an den Konditionen schließt er nicht aus, sollten sich in Gesprächen neue Ansätze ergeben. "Ja, wir haben uns immer das Recht vorbehalten, die Bedingungen zu überprüfen. Wenn es in den nächsten Wochen noch Gespräche gibt und es zu einem Kompromiss kommt, dann könnte sich etwas ändern."

Der Unicredit-Chef wirbt weiterhin für die Übernahme und weist Kritik an möglichen Einschnitten zurück. "Natürlich wird es Anpassungen und Überschneidungen geben. Aber unser Ziel ist nicht Zerstörung." Zugleich hatte Orcel in der Vergangenheit auf strukturelle Schwächen der Commerzbank verwiesen und mögliche Stellenstreichungen in einem Übernahmeszenario skizziert. (mb)