Beim zweiten Versuch hat es geklappt: Die Commerzbank kann ihre Online-Tochter Comdirect komplett übernehmen. Wie Reuters berichtet, hat das Geldhaus Ende vergangener Woche das Comdirect-Aktienpaket des Hedgefonds Petrus Advisers gekauft und hält nun mehr als 90 Prozent der Anteile an der Direktbank. Die Commerzbank kann jetzt die restlichen Aktionäre mit einer Barabfindung aus dem Unternehmen drängen – im Fachjargon spricht man von einem "Squeeze-out“.

Ein erster Übernahmeversuch Anfang Dezember war gescheitert. Die Commerzbank hatte 11,44 Euro je Aktie geboten. Das war insbesondere Petrus Advisers zu wenig: Der widerspenstige Investor legte sogar noch einmal nach und stockte seinen Comdirect-Anteil auf 7,5 Prozent auf. Zu welchem Preis er sein Aktienpaket nun doch noch verkauft hat, ist nicht bekannt. Die beiden beteiligten Parteien haben Stillschweigen vereinbart. 

Online- und Smartphone-Banking sollen wachsen
Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt, um die Integration der Direktbank in die Commerzbank schnell und effizient umzusetzen und Synergien zu erzielen, erklärt Commerzbank-Chef Martin Zielke. Mithilfe der Online-Tochter will das Kreditinstitut stärker auf Online- und Smartphone-Banking setzen und zudem durch Synergieeffekte im IT-Bereich rund 150 Millionen Euro jährlich einsparen. Die Verschmelzung der beiden Institute dürfte nach der Comdirect-Hauptversammlung am 5. Mai abgeschlossen sein.

Im Zuge ihrer Neuausrichtung will die Commerzbank 4.300 Stellen streichen. Davon werden auch Arbeitsplätze bei der Comdirect betroffen sein. In welchem Umfang die Direktbank mit Sitz in Quickborn Ziel von Stellenstreichungen sein wird, ist noch offen. (fp)