Commerzbank-Poker: Italien stellt sich gegen Merz
Italiens Finanzminister stellt sich hinter Unicredits Milliardenofferte für die Commerzbank – und widerspricht damit offen Bundeskanzler Friedrich Merz, der den Vorstoß scharf kritisiert.
Italiens Finanzminister Giancarlo Giorgetti hat die Übernahmeofferte der Unicredit für die Commerzbank im Volumen von 35 Milliarden Euro unterstützt und sich damit gegen Bundeskanzler Friedrich Merz gestellt, der den Plan ablehnt.
Italien betrachte den Vorstoß von Unicredit als ein "ehrgeiziges" Projekt mit einer "wichtigen wirtschaftlichen Begründung", sagte Giorgetti am Mittwoch (22.4.) auf einer Pressekonferenz. Er sehe das Vorhaben "positiv", erklärte er. Eine mögliche Verlagerung des Unicredit-Hauptsitzes nach Deutschland würde er jedoch nicht unterstützen, fügte Giorgetti hinzu.
Merz lehnt "feindliche" Schritte ab
Die Äußerungen folgen auf Kritik von Merz, der am Montag (20.4.) erklärte, seine Regierung lehne "feindliche und aggressive" Schritte gegenüber dem deutschen Bankensektor ab. Dies geschah, nachdem die Unicredit, die knapp 30 Prozent an der Commerzbank hält und ein vollständiges Übernahmeangebot vorgelegt hat, am selben Tag ihre Strategiepläne präsentiert hatte.
"Ja, wir brauchen große Banken in Europa, aber das bedeutet nicht, dass jede Form oder Art von Übernahme in Deutschland willkommen ist", sagte Merz, ohne die Commerzbank ausdrücklich zu nennen.
Orcel stößt weiter auf Widerstand
Unicredit-Chef Andrea Orcel versucht seit mehr als 18 Monaten, die Commerzbank zu übernehmen, stößt dabei jedoch kontinuierlich auf Ablehnung durch das Management des deutschen Instituts. Zwei jüngste Gesprächsrunden auf Führungsebene zwischen Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp haben die Blockade nicht aufgelöst, sondern die Rhetorik weiter verschärft, die in dieser Woche ihren Höhepunkt erreicht hat. (mb/Bloomberg)















