Das Filialsterben bei deutschen Geldhäusern bekommen auch Commerzbank-Mitarbeiter zu spüren. Das Kreditinstitut schließt 340 seiner 790 Filialen, 240 davon noch in diesem Jahr. Stattdessen will die Bank ihre Kunden nun anders beraten, nämlich mithilfe digitaler Beratungszentren, berichten der "Stern" und das Onlineportal "Finanz-Szene.de". Schon Mitte Oktober sollen in Berlin, Düsseldorf und Quickborn die ersten Zentren probehalber eröffnen. Quickborn ist der Hauptsitz der Online-Tochter Comdirect.

In den Beratungszentren sollen jeweils 50 bis 100 Mitarbeiter angestellt sein. Dabei handelt es sich um ausgebildete Bankkaufleute, die zuvor in den Filialen tätig waren. Mithilfe der Zentren will die Commerzbank ihr vollständiges Dienstleistungsangebot, inklusive der Wertpapierberatung und der Baufinanzierung, abdecken. Sollten sich die Pilotzentren bewähren, plant die Commerzbank zahlreiche weitere digitale Beratungszentren. Angedacht seien Standorte in Frankfurt am Main, Hannover, Mannheim, Leipzig/Halle, Düsseldorf, Köln, Nürnberg, München, Stuttgart, Dresden und Duisburg.

Weniger Filialen, weniger Stellen
Angestoßen hat den radikalen Umbau der seit Januar amtierende Konzernchef Manfred Knof. Zuvor hielt die Commerzbank an ihren zahlreichen Filialen fest. Nun soll der Filialabbau bereits im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Außerdem soll die Zahl der Vollzeitstellen bis Ende 2024 von derzeit rund 39.500 Mitarbeitern auf 32.000 reduziert werden. (fp)