In einem aktuellen Handelsblatt-Interview hat Michael Mandel die jüngst beschlossenen Sparpläne der Commerzbank erklärt. Im Gespräch rechtfertigte der Privatkundenvorstand des Kreditinstituts vor allem die geplanten Filialschließungen: "Bei vielen der 200 Filialen, die wir schließen, handelt es sich um Dubletten, bei denen eine andere Zweigstelle fußläufig entfernt ist." Mandel betonte, dass die Commerzbank weiterhin ein breites Filialnetz brauche, um zu wachsen. Dennoch hält er es im seit Jahren schwierigen Marktumfeld für dringend notwendig, im Privatkundengeschäft 300 Millionen Euro einzusparen.

Vergangene Woche hatte der Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Bank den zuvor angekündigten Sparplan des Vorstands genehmigt. Dieser sieht unter anderem vor, 2.300 Stellen zu streichen. Insgesamt will die Commerzbank ihre Kosten bis zum Jahr 2023 um 600 Millionen Euro reduzieren. Der Komplettumbau soll das Kredithaus zu einer quasi-mobilen Bank machen, wie Mandel in dem Interview erklärte. "Derzeit wächst das mobile Geschäft am stärksten. Deshalb soll das Smartphone in den nächsten vier Jahren zur Filiale in der Hosentasche werden."

Keine Negativzinsen
Strafzinsen für Sparer schließt Mandel klar aus. Negativzinsen in der Baufinanzierung kann sich der Vorstand aber ebenfalls nicht vorstellen. "Wenn wir jetzt anfangen, Kredite zu verschenken, dann sprechen wir bald nicht mehr über Eigenkapitalrenditen von vier Prozent, sondern von Werten deutlich darunter." Eine im europäischen Vergleich eher bescheidene dauerhafte Eigenkapitalrendite von vier Prozent ist eines der Umbauziele. (fp)