Die Commerzbank will trotz Digitalisierung an ihrem weitverzweigten Filialgeschäft festhalten – und den Offline-Betrieb sogar noch ausbauen. Die reine Zahl der Geschäftsstellen soll zwar mit rund tausend über die kommenden fünf Jahre konstant bleiben, berichtet der "Tagesspiegel". Bis zum Jahr 2023 soll aber die Hälfte der Standorte entweder zu größeren Flagship-Filialen mit komplettem Beratungsangebot ausgebaut oder aber zu kleineren City-Filialen mit Basisangebot geschrumpft werden.

Verantwortlich für die Umgestaltung ist neben Privatkunden-Vorstand Michael Mandel die Filialmanagement-Leiterin Susanne Fleckenstein, die zuvor das Deutschland-Geschäft der Hähnchen-Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) verantwortet hatte. Reine Selbstbedienungsfilialen, in denen ausschließlich Automaten stehen, will die Commerzbank künftig indes nicht mehr betreiben. Die Flagship-Filialen sollen täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein. Tendenziell sollen diese Geschäftszeiten auch für die kleineren City-Filialen gelten. 

Noch großzügigere Öffnungszeiten wie etwa bei Supermärkten bis 22 Uhr und am Samstag wird es auf absehbare Zeit indes nicht geben, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". 2007 hatte die Bank einzelne Filialen in Absprache mit der Arbeitnehmervertretung probeweise auch samstags geöffnet. Das erwies sich allerdings als Flop.

Zu groß, zu unflexibel
Die Strategie, über das Filialgeschäft zu wachsen, verfolgt die Commerzbank bereits seit einigen Jahren. Nach viel Experimentiererei musste die Bank allerdings feststellen, dass nicht alle Ansätze von Erfolg gekrönt waren. Nun soll es Fastfood-Filial-Expertin Fleckenstein richten.

Für sie ist klar, wo das Problem zu suchen ist: "Unsere Filialen liegen heute oft noch nicht an den wirklich besten Standorten", sagte sie laut "Handelsblatt" bei einem Pressegespräch in Frankfurt. "Außerdem sind sie größtenteils einfach zu groß, viel zu groß, und dadurch unflexibel." (fp)