Containerinvestments: P&R gerät in Zahlungsverzug
Der Marktführer bei den Direktinvestments galt bislang als solides und wetterfestes Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung. Obwohl das Containerleasing-Geschäft wieder recht gut läuft, häufen sich nun die negativen Signale – und wecken ungute Erinnerungen.
Nachdem die Magellan-Pleite verdaut gewesen ist, wurde es ruhig um die Container-Direktinvestments, die an und für sich bei Vertrieben und Anlegern sehr beliebt sind. Der Containermarkt hat sich aus seiner zwischenzeitlichen Krise gut erholt und 2017 wieder eine ordentliche Performance gezeigt. Trotzdem war im Buschfunk der Sachwertbranche in den vergangenen Monaten häufiger von Schwierigkeiten bei der P&R Gruppe zu hören.
"Verzögerungen nicht absehbar"
Das Unternehmen teilte mit: "Leider wird sich bei wenigen Kunden die Auszahlung der Q.IV 2017 Miete sowie die Auszahlung von fälligen Rückkäufen mit Ablaufdatum 27. bis 30. Dezember 2017 verzögern." Von den verspäteten Mietauszahlungen sei jedoch nur ein kleiner Teil der Altverträge und damit "nur ein geringer Prozentsatz" der P&R-Kunden betroffen. Die fälligen Mieten und Rückkäufe sollen bis zum 15. beziehungsweise 20. März 2018 vollständig geleistet werden.
Zur Begründung der Verzögerung führt P&R etwas kryptisch an, dass "bei uns selbst ein Teil der ausstehenden Zahlungen nicht fristgerecht oder nicht in vollem Umfang eingegangen sind, was so nicht absehbar war". Der Anpruch des Hauses sei zwar, Zahlungen an die Investoren "immer absolut pünktlich" zu leisten, aber es gebe Umstände, die das verhindern und nicht vorhersehbar oder vermeidbar seien – "trotz bestmöglicher und mehrfacher Absicherung", betont P&R.
Marktführer hat voriges Jahr die Verträge geändert
P&R ist mit Abstand der größte Anbieter von Container-Direktinvestments. 2017 hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 440 Millionen Euro Investorenkapital platziert. Das Geschäft läuft nach dem bekannten Muster: P&R verkauft neue und gebrauchte Container unterschiedlicher Größe an Anleger und mietet sie über eine vertraglich festgelegte Laufzeit von diesen zurück. Am Ende der Mietzeit kauft P&R den Investoren die Transportboxen wieder ab.
Die Anleger sollen die Containermieten quartalsweise erhalten. Die Auszahlung ist laut P&R-Unterlagen "60 Tage nach Ende eines jeden Kalenderquartals für das betreffende Kalenderquartal" vorgesehen (Zitat aus dem aktuellen Angebot Nr. 5005). Die Frist für die Auszahlungen hat P&R erst im Sommer 2017 von 30 auf 60 Tage gedehnt, was für etwas Unruhe im Vertrieb und bei Anlegern gesorgt hatte. Bei den Private Placements, die von den aktuellen Verzögerungen nicht betroffen sein sollen, beträgt das Zahlungsziel weiterhin nur 30 Tage. (ae)















