Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordern immer mehr Geschäfte ihre Kunden dazu auf, Rechnungen mit Karte oder per Sartphone-App zu bezahlen statt in bar. Diese folgen der Empfehlung immer häufiger – eine wachsende Zahl auch aus Überzeugung: In einer Umfrage des Einzelhandelsinstituts EHI ist der Anteil der Kunden, die vor der Pandemie noch die Barzahlung bevorzugt haben, von 38 Prozent auf aktuell 18 Prozent gesunken. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

42 Prozent der Befragten präferieren demnach die klassische Kartenzahlung, 31 Prozent das kontaktlose Bezahlen und acht Prozent mobile Bezahlmöglichkeiten via Smartphone über Applikationen wie Apple Pay oder Google Pay. Das Ergebnis deckt sich mit einer Statistik des Kreditkartenanbieters Mastercard, die der Zeitung vorliegt. Darin heißt es, dass in Europa bereits 78 Prozent aller Mastercard-Transaktionen kontaktlos ablaufen.

Auch das Bezahlen mit dem Handy scheint immer größere Akzeptanz zu genießen. So zeigten sich die Sparkassen vor Kurzem mit der Entwicklung ihrer App "Mobiles Bezahlen" sehr zufrieden. Die Transaktionen haben im April um 30 Prozent gegenüber dem März zugelegt.

Angst vor Inflation
Trotzdem horten die Deutschen nach wie vor Unmengen an Scheinen und Münzen. Im März 2020 stieg der Bargeldumlauf in der gesamten Eurozone kurioserweise um fast 100 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr, zeigt eine Erhebung im Auftrag der Direktbank ING. Marktbeobachter sehen den Trend zum bargeldlosen Zahlen dagegen mehrheitlich positiv, da Scheine und Münzen der Inflation schutzlos ausgeliefert sind. Viele Volkswirte befürchten, dass die weltweit expansive Geld- und Fiskalpolitik über kurz oder lang die Preise in die Höhe treiben wird, und Bargeld radikal an Wert verlieren könnte. (fp)