Rund zwei Dutzend Staatsanwälte und Kriminalbeamte haben Mitte Juli Geschäftsräume der DZ Bank in Frankfurt am Main durchsucht. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Hintergrund der Razzia, die jetzt erst bekannt wurde, sind mutmaßliche Verwicklungen in Cum-Ex-Geschäfte des Spitzeninstituts der Genossenschaftsbanken. Der Vorwurf: Die DZ Bank soll den Fiskus mit Dividendengeschäften in der juristischen Grauzone um 131 Millionen Euro geprellt haben.

Eigentlich entsprechen Cum-Ex-Deals nicht den genossenschaftlichen Idealen. Einigen Beschäftigten der Bank war das offenbar egal: Vier Börsenhändler der DZ Bank sind angeblich erdächtig, entsprechende Geschäfte getätigt zu haben. Zwei von ihnen hat das Institut bereits vor längerer Zeit fristlos entlassen, von den zwei anderen verlangt die DZ Bank nach eigenen Angaben Schadenersatz, wie die SZ schreibt. Sie könnten aus rechtlichen Gründen bislang nicht gekündigt werden, arbeiteten aber heute in anderen Bereichen.

Hohe Kooperationsbereitschaft
Die Deals flogen im Jahr 2013 bei einer Betriebsprüfung auf. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, die DZ Bank nahm auch selbst Untersuchungen vor. Man habe "Auffälligkeiten aufgedeckt", erklärte die Bank gegenüber der SZ. Im Jahr 2016 habe man sämtliche Untersuchungsberichte an die Behörden übergeben. Ende vergangenen Jahres erstattete die DZ Bank nach eigener Aussage den Schaden zuzüglich Zinsen und zahlte insgesamt 149 Millionen Euro an den Fiskus zurück.

Die genossenschaftliche Bank, die den Eigenhandel mit Aktien mittlerweile eingestellt hat, hat die Cum-Ex-Geschäfte schneller aufgearbeitet als die meisten anderen Geldhäuser, die in solche Deals verstrickt waren. Die Untersuchungsberichte der Bank, zum Teil von externen Prüfern erstellt, haben der Staatsanwaltschaft aber offensichtlich nicht genügt. (fp)