Der Schweizer Vermögensverwalter GAM bemüht sich weiter um Transparenz in der Causa Tim Haywood. Die Gesellschaft hat daher eine Internetseite eingerichtet, auf der Kunden und Investoren die aktuellsten Bekanntmachungen zu dem Thema finden können. Die Seite solle laufend aktualisiert werden, teilte der Anbieter mit.

Der Asset Manager kämpft im Moment mit den Auswirkungen der Beurlaubung des prominenten Portfoliomanagers, der die Absolute-Return-Bond-Strategien mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) des Hauses verantwortete. GAM wirft Haywood vor, beim Risikomanagement sowie den Dokumentationspflichten nicht gemäß den Vorgaben der Gesellschaft gehandelt zu haben. Zwar betont die Fondsgesellschaft, dass kein Schaden für Anleger entstanden sei und dass sie nicht gegen weitere Mitarbeiter ermittele. Dennoch wollen so viele Investoren aus den von Haywood verantworteten Fonds flüchten, dass GAM sich gezwungen sah, die Portfolios einzufrieren, damit den verbleibenden Anlegern kein Schaden entsteht.

Vorwurf: Haywood habe unerlaubt Geschenke angenommen
Die Internetseite enthält keine grundlegend neuen Informationen, aber doch einige interessante Details. So soll Haywood bei der Auswahl bestimmter Assets nicht sorgfältig genug vorgegangen sein oder zumindest seine Entscheidungen nicht ausreichend dokumentiert haben. GAM betont aber, dass nicht in Titel investiert wurde, die laut Fondsrichtlinien verboten sind.

Ferner habe der Portfoliomanager interne Richtlinien verletzt und bestimmte Verträge alleine unterschrieben, obwohl die Signatur einer zweiten Person vorgeschrieben war. Bislang nicht bekannt war, dass Haywood vorgeworfen wird, die Unternehmensrichtlinien für Geschenke nicht eingehalten zu haben und Präsente ohne vorhergehende Erlaubnis angenommen zu haben. Ferner soll er seine persönliche Email-Adresse für geschäftliche Zwecke genutzt haben.

Wollte GAM Assets aus Haywood-Fonds verkaufen?
Zum Rücknahmestopp für die Haywood-Fonds führt GAM aus, dass es keine Liste mit Anlegern gebe, die bei der Auszahlung ihrer Anteile bevorzugt behandelt würden. Der Asset Manager stellt klar, dass alle Investoren, die zum 31. Juli Anteilscheine an den Portfolios gehalten haben und deren Rückgabe ab dem 1. August bis Ende des Ausgabestopps beantragt haben, gleich behandelt würden. Interessant ist aber, dass die Rücknahmeforderungen insgesamt zehn Prozent der gesamten Fondsvolumina ausmachen. GAM hatte sich dazu bislang nicht geäußert. Sollte es zu einer Liquidierung kommen, werden alle Anleger in bar ausbezahlt.

Mögliche Neuigkeiten kommen aber von der "Times": Die britische Zeitung berichtet auf ihrer Internetseite, dass Wertpapierhändler von GAM noch vor dem 31. Juli, als die Ermittlungen gegen Haywood publik wurden, versucht hätten, Assets aus den betroffenen Absolute-Return-Fonds zu verkaufen. GAM hat sich gegenüber der "Times" nach deren Darstellung nicht geäußert. (jb)