Scalable Capital zahlt einem früheren Kunden einen Schadensersatz in Höhe von 2.500 Euro wegen Verstößen gegen Pflichten aus der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Der Online-Vermögensverwalter hat demnach schon im Juli vor dem Oberlandesgericht München seine Berufung gegen das entsprechende Urteil der Vorinstanz von Dezember 2021 zurückgezogen, wie erst jetzt bekannt wurde.

Hintergrund des Rechtsstreits war ein Datenleck beim Robo, der jüngst vermelden konnte, dass das verwaltete Vermögen die Marke von zehn Milliarden Euro übersprungen hat. Im Oktober 2020 musste das Fintech zugeben, dass sich Unbefugte mit einem Cyberangriff Zugang zu persönlichen Daten wie Adressen, Steuer- und Depotinformationen von mehr als 33.000 aktiven und früheren Kunden verschafft hatten. Im Dezember 2021 erstritt daher ein Kläger mithilfe des Rechtsdienstleisters EuGD vor dem Landgericht München I einen immateriellen Schadensersatz nach der DSGVO.

Kein Datenmissbrauch – bisher
Bei der Bemessung der Strafe von 2.500 Euro berücksichtigte das Landgericht der "FAZ" zufolge, dass es offenbar noch nicht zu einem Missbrauch der Daten gekommen war. Zugleich wollte man aber auch der vom Gesetzgeber beabsichtigten "abschreckenden Wirkung" eines Schadensersatzes Rechnung tragen (Az. 31 O 16606/20). Eine Sprecherin von Scalable betonte auf Nachfrage der Zeitung, dass bisher kein Fall bekannt sei, wonach ein Kunde aus dem Datenvorfall einen materiellen Schaden erlitten habe. "Die maßgeblichen Fragestellungen drehen sich also um das Vorliegen und die Höhe eines immateriellen Schadensersatzes."  (jb)