Die Deka-Bank ist zum zweitgrößten Emittenten von Retail-Zertifikaten in Deutschland aufgestiegen. Das Wertpapierhaus der Sparkassen hatte Ende 2016 Papiere im Volumen von knapp acht Milliarden Euro ausstehen, wie aus jüngst veröffentlichen Zahlen des Deutschen Derivate Verbands (DDV) hervorgeht.

Nur die genossenschaftliche DZ Bank hatte zum Jahresende mit 10,9 Milliarden Euro noch mehr Anlage- und Hebelprodukte emittiert. Im letzten Quartal 2016 zog die Deka dank hoher Zuflüsse an der vormals zweitplatzierten Deutschen Bank vorbei, deren Zertifikatevolumen auf 7,1 Milliarden Euro schrumpfte.

Volumen steigt auf Jahressicht um zwei Milliarden Euro
Der Absatzerfolg der Deka ist erstaunlich, weil die Bank erst 2013 in das Geschäft mit Retail-Derivaten eingestiegen ist. Ende 2015 hatte die Deka noch knapp sechs Milliarden Euro in Zertifikaten ausstehen, was Platz sechs im Emittenten-Ranking bedeutete. Auf Sicht von zwölf Monaten ist das Volumen damit um rund zwei Milliarden Euro gestiegen.

Zum Vergleich: Mit Wertpapierpublikumsfonds sammelte der Anbieter 2016 rund 2,7 Milliarden Euro ein, wie aus Zahlen des Branchenverbands BVI hervorgeht.

Deka punktet mit guter Bonität
Frank Kalter, Leiter Vertriebsmanagement, Marketing und Private Banking der Deka, erklärt sich den Erfolg mit Retail-Derivaten mit mehreren Punkten. Auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE verweist er unter anderem auf die langjährige Erfahrung aus dem Zertifikategeschäft mit institutionellen Kunden und die signifikanten Investitionen in die Emissions-Infrastruktur. Wichtig sei auch, dass sich die Deka im Beratungsgeschäft auf "handverlesene Produkte" konzentriere, statt eine zu große und damit unübersichtliche Palette anzubieten.

Während die Fonds der Deka nur an Sparkassenkunden vertrieben werden, bietet das Institut seine Zertifikate auch über andere Vertriebskanäle an. "Im Retail-Zertifikategeschäft arbeiten wir auch mit Drittbanken sowie Vermögensverwaltern zusammen", so Kalter. Dank des Haftungsverbunds mit den Sparkassen gilt die Deka als bonitätsstarker Emittent. Gerade bei Zertifikaten ist das ein wichtiger Vorteil im Werben um Anleger.

Zwei Milliarden Euro in umstrittenen Bonitätsanleihen
Interessant wird zu beobachten sein, wie sich die Kritik an Bonitätsanleihen auf das Geschäft der Deka auswirken wird. Die Finanzaufsicht Bafin hatte im vergangenen Sommer angekündigt, den Vertrieb solcher Papiere an Privatanleger verbieten zu wollen. Die Branche konnte diesen Bann mit einer Selbstverpflichtung abwenden – verbunden mit dem Versprechen, bonitätsabhängige Schuldverschreibungen nur noch an vermögendere und risikobereite Kunden zu vertreiben, was den Absatzmarkt für diese Papiere stark schrumpfen lassen dürfte.

Die Deka hatte Ende Dezember Bonitätsanleihen für zwei Milliarden Euro ausstehen. Rund ein Viertel des gesamten Zertifikatevolumens des Anbieters entfällt also auf die umstrittenen Papiere. Nur die Landesbank Baden-Württemberg hat noch mehr bonitätsabhängige Schuldverschreibungen begeben. (bm)