Banken bieten eine ganze Bandbreite an vermögensverwaltenden Lösungen – vom einzelnen Mischfonds bis hin zur Vermögensverwaltung (VV), die auf Einzeltiteln fußt. Dazwischen reihen sich Modelle ein, die auf Fonds setzen. Im Gegensatz zu den automatisierten Robo-Advisors liegt den Fonds-VVs jedoch aktives Management zugrunde. So bietet etwa die Deka als zentraler Wertpapierdienstleister der Sparkassen ein VV-Modell an.

"Das Deka-Vermögenskonzept reiht sich ein zwischen der Mischfondsserie Deka-Basisanlage und der individuellen Vermögensverwaltung im Private Banking", sagt Dirk Degenhardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deka Vermögensmanagement. Damit ziele das Angebot auf das Individualkundensegment der Sparkassen, das je nach Institut bei einem liquiditätsnahen Vermögen von 100.000 bis 150.000 Euro beginne.

Taktische Komponente
"Kernstück des Deka-Vermögenskonzepts ist die aktive Anlagestrategie", erläutert Degenhardt. Die Leitplanken der Anlagestrategie lege das Investmentgremium der Deka fest, das aus Portfoliomanagern, Volkswirten und Investmentstrategen besteht. "Diese grundlegende Strategie wird anschließend im Rahmen eines Allokationsprozesses durch eine taktische Komponente ergänzt und auf die jeweiligen Risikoausprägungen des Deka-Vermögenskonzepts heruntergebrochen", führt der Produktmanager aus. "Die konkrete Umsetzung erfolgt durch Investments in Zielfonds."

"Die Auswahl erfolgt aus etwa 3.000 Fonds der Deka-Gruppe und ausgewählten Partnergesellschaften", umreißt Dirk Heuser, Leiter Portfoliomanagement bei der Deka Vermögensmanagement, das dabei zur Verfügung stehende Universum. Das zentrale Wertpapierhaus des öffentlich-rechtlichen Lagers arbeitet mit elf externen Asset Managern sowie der Tochter IQAM Invest zusammen, deren Fonds sie den Sparkassen neben dem eigenen Angebot bereitstellt.

"Elementarer Bestandteil"
Der Auswahlprozess stütze sich auf quantitative und qualitative Faktoren, erklärt Heuser weiter. "Wir greifen in der Regel auf aktive Fonds zurück", betont der Anlageexperte. "Für die kurzfristige, taktische Allokation nutzen wir aber auch passive Fonds wie ETFs." Zudem gehört ein Risikomanagement dazu. Dieses sei "elementarer Bestandteil des Prozesses", so Heuser. "Dabei erfolgt eine Ex-ante- und Ex-post-Betrachtung der Risikobeiträge." Zudem fuße die Anlagestrategie auf Basisszenarien und Risikoszenarien – "im positiven wie im negativen Sinne".


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Bei der Analyse von Risiken, die in den Portfolios schlummern können, stellen sich besondere Hürden. "Die Identifikation und Vermeidung von unerwünschten Risiken ist bei der Allokation in Zielfonds schwieriger als bei Einzeltiteln", stellt Degenhardt fest. "Daher entwickelten wir ein hauseigenes Tool, mit dem wir die Portfolios der Zielfonds durchleuchten." Damit identifizieren die Analysten unerwünschte Übergewichtungen in Währungen, Regionen, Branchen oder auch Stilen und Faktoren.

"Globale Ausrichtung unerlässlich"
Vor zwei Jahren richteten die Deka-Manager zudem die Strategien internationaler aus. "Wenn man sich anschaut, aus welchen Weltregionen Wachstum und Innovation stammen, ist eine globale Ausrichtung unerlässlich", begründet Degenhardt den Schritt. "Zudem haben wir Themeninvestments wie Robotik oder Wasser in unsere Anlagestrategie integriert", ergänzt Heuser. Auch bestimmte Investmentstile und Sektoren spielen eine immer größere Rolle. "Beispiele sind Energie und Gesundheit oder eine Übergewichtung von Value gegenüber Growth", erläutert Heuser. "Solche Erweiterungen der klassischen Allokation liefern einen Mehrwert."

Zum Produktstart 2011 hatte die Deka noch Sicherungsstrategien angeboten. "Diese gibt es seit Juli 2019 vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes nicht mehr", sagt Degenhardt. Kunden können aber zusätzlich zu dem gewählten Risikoprofil eine Verlustbegrenzung vereinbaren. "Diese setzt maximale Verlustschwellen, gewährt jedoch keine Garantie." Umgesetzt werde dies im Depot des Kunden durch die Beimischung geldmarktnaher Investments im Falle deutlicherer negativer Marktentwicklungen. (ert)