Demo vor der Hauptversammlung: Postbanker verschärfen Tarifstreit
Aktionäre der Deutschen Bank, die die Hauptversammlung des Instituts am Frankfurter Messegelände besuchen, müssen auf dem Weg womöglich ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. Es gilt nicht ihnen, sondern dem Topmanagement: Die Beschäftigten der Postbank fühlen sich unfair behandelt.
In der Tarifauseinandersetzung für die rund 9.000 Postbank-Beschäftigten hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Ausweitung der Warnstreiks angekündigt. Geplant ist zudem ein Protest vor der Hauptversammlung des Mutterkonzerns Deutsche Bank.
Die Gewerkschaft zeigte sich enttäuscht von der zweiten Verhandlungsrunde am 18. Mai in Frankfurt, bei der die Arbeitgeberseite "erneut kein verhandlungsfähiges Angebot" vorgelegt habe, wie es in einer Pressemitteilung heißt. "Die Beschäftigten haben kein Verständnis dafür, dass von den Rekordgewinnen der Deutschen Bank nur die Aktionäre profitieren sollen, während die Bank in der Tarifrunde einen Reallohnverlust durchdrücken will. Deshalb werden wir die Streiks jetzt ausweiten", erklärt Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck.
Acht Prozent mehr Gehalt gefordert
Bereits ab Mittwoch (27.5) werden erste Operations-Standorte zum Warnstreik aufgerufen. Ab Donnerstag (28.5.) bis Samstag (30.5.) sollen die Beschäftigten des Postbank-Filialvertriebs und der Callcenter bundesweit die Arbeit niederlegen. Zusätzlich ruft Verdi für den Donnerstagmorgen zu einer Protestdemonstration im Rahmen der Hauptversammlung der Deutschen Bank am Frankfurter Messegelände auf. "Beschäftigte der Postbank werden dort ihren Protest gegen die Haltung des Konzerns in der laufenden Tarifrunde sichtbar machen", kündigt die Gewerkschaft an.
Das zuletzt vorgelegte Angebot der Arbeitgeberseite sieht Verdi zufolge eine Erhöhung der Gehälter um 2,4 Prozent ab dem 1. Juli 2026 sowie weitere 2,3 Prozent ein Jahr später vor. Duscheck und seine Kollegen bewerten dies angesichts der Inflation und der wirtschaftlichen Lage des Konzerns als unzureichend. Sie fordern unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um acht Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich sowie 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 15. Juni in Frankfurt statt. (fp)















