Die Deutsche Bank stellt die App "Yunar" ein. Dies berichtet das Magazin "Wirtschaftswoche". Das Management der Privatkundensparte habe beschlossen, das Angebot aufzugeben. Mit der Ende 2018 gestarteten App lassen sich diverse Bonusprogramme verwalten. Die Deutsche Bank hatte im Februar 2020 den Dienst zum Verkauf gestellt und Investoren für das dahinterstehende Start-up Ambidexter gesucht, eine hundertprozentige Tochter des Geldinstituts. Ernsthafte Gespräche mit mehreren Interessenten hätten jedoch zu keinem Ergebnis geführt.

"Auch wenn Yunar kontinuierlich gewachsen ist, haben sich die Rahmenbedingungen so verändert, dass eine Fortführung aus unserer Sicht keinen Sinn ergibt", sagt Philip Laucks, Manager im Privatkundengeschäft der Bank, der "Wirtschaftswoche." Durch die Covid-19-Pandemie habe sich das Einkaufs- und Konsumverhalten deutlich verändert. Vor allem die Nutzung der Bonus- und Loyalitätsprogramme von Fluglinien und Hotels sei eingebrochen und werde sich voraussichtlich nicht so bald erholen.

Ausbau zur virtuellen Geldbörse geplant
In früheren Meldungen wurde außerdem ein höherer Investitionsbedarf angeführt. Die App hätte schrittweise zur virtuellen Geldbörse inklusive Bankdienstleistungen ausgebaut werden sollen, damit die Deutsche Bank Fintech-Rivalen etwas entgegenzusetzen hat und Kunden eine digitale Anwendung neben dem Kerngeschäft bieten kann. Dafür wäre aber frisches Geld nötig gewesen, das die führende deutsche Bank aber offenbar nicht lockermachen wollte.

Derzeit beschäftigt Ambidexter ungefähr 70 Mitarbeiter. Sie sollen möglichst das Angebot bekommen, andere Funktionen in der Bank zu übernehmen, berichtet die "Wirtschaftswoche" weiter. Dass viele von Berlin nach Frankfurt, also vom Start-up in den Großkonzern wechseln werden, gelte intern allerdings als unwahrscheinlich. (ert)