Die Deutsche Bank rührt derzeit massiv die Werbetrommel für ihre so genannten "Zugreif-Zinsen": So nennt sich ein Sparprodukt, bei dem private Anleger (sowohl Neu- als auch Bestandskunden) für Festgeld auf sechs Monate 0,75 Prozent Zinsen gutgeschrieben bekommen. Die Konditionen sind zwar nicht brandneu, berichtet die FAZ, sie werden jetzt aber aufwendig beworben, unter anderem mit Fernseh-Werbespots, Zeitungsanzeigen und Youtube-Filmen. Zum Vergleich: Die Commerzbank gewährt Kunden derzeit gerade einmal 0,01 Prozent.  

Hintergrund für die ungewöhnlich üppige Deutsche-Bank-Offerte sind die gestiegenen Finanzierungskosten des Kreditinstituts, berichtet die FAZ weiter. Mit den Spareinlagen will die Bank sich günstig refinanzieren. Die Deutsche Bank gilt am Finanzmarkt aufgrund ihrer anhaltenden Ertragsschwäche und ihrer möglichen Belastungen aus Rechtsrisiken als zweitklassig. Im Januar hatte der Dax-Konzern icht bevorrechtigte Anleihen (senior non-preferred bonds) begeben, deren Risikoaufschlag mit 2,3 Prozentpunkten deutlich höher ausgefallen war als zum Beispiel für die französische BNP Paribas.

Staffelung von Risiken sollen Kosten senken
Zur Finanzierungsstrategie soll auch ein neuer Kontrakt für eine Kreditausfallversicherung (Credit Default Swap, CDS) dienen, der am Montag erstmals gehandelt wurde. Die neue Kreditausfallversicherung bezieht sich auf Anleihen der Deutschen Bank, die als bevorrechtigt (senior preferred bonds) gelten. Sie haften im Fall einer Schieflage der Deutschen Bank nicht sofort und sind deshalb günstiger als frühere CDS. Der bisherige CDS orientierte sich an den nicht bevorrechtigten Titeln. Diese "senior non-preferred bonds" werden zur Abdeckung von Verlusten vor den bevorrechtigten Anleihen in Anspruch genommen. Diese unterschiedlichen Risiken der Schuldtitel sind Folge neuer aufsichtsrechtlicher Vorgaben, mit denen die Banken einen Verlustpuffer aufbauen sollen, mit Hilfe dessen der Steuerzahler vor der Abwicklung einer Bank geschützt werden soll. (fp)