Die aktuelle Wirtschaftskrise setzt die Bankenbranche unter Druck – so sehr, dass nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing viele Häuser nur noch überleben können, wenn sie fusionieren. Mehr als 5.000 Finanzinstitute seien viel zu viele, sagte Sewing laut "Handelsblatt" am Montag bei einer Veranstaltung in Frankfurt. "Als Sektor insgesamt müssen wir mittelfristig in Europa unser größtes Strukturproblem angehen: die Zersplitterung."

Er betonte außerdem: "Wenn wir als Banken zeigen wollen, dass wir in der Mitte dieser Gesellschaft stehen, dann ist jetzt die beste Zeit dafür." Offenbar gilt das aber vor allem für Wettbewerber – nicht für die Deutsche Bank selbst. Für das eigene Haus kämen größere Fusionen erst einmal nicht in Frage, sagte Sewing laut der Zeitung. 

Konzernumbau hat Priorität
Schon auf der Aufsichtsratssitzung im Oktober erteilte der Konzernchef Spekulationen um eine mögliche Allianz mit einem Konkurrenzinstitut eine Absage. Eine Großfusion, wie sie des Öfteren im Markt kolportiert wird, sei vor dem Jahr 2022 kein Thema, sagte Sewing. Laut Insidern muss das Institut im kommenden Jahr erst seine eigenen Hausgaben machen und den Konzernumbau abschließen, der den Abbau von weltweit 18.000 Arbeitsplätzen vorsieht. (fp)