Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat sich gegen einen Strategiewechsel im Investmentbanking der Bank ausgesprochen. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Financial Times (FT) verteidigte er die Turnaround-Bemühungen der Sparte, die seit zwei Quartalen in Serie Verluste einfährt. Damit fährt Achleitner seinem Vorstandschef Christian Sewing öffentlich in die Parade. Sewing hatte nach dem Scheitern der Fusionsverhandlungen der Deutschen Bank mit der Commerzbank gegen die eigenen Investmentbanker ausgeteilt und einen Strategiewechsel verlangt. 

Aufsichtsratschef Achleitner gibt sich im FT-Interview nun deutlich entspannter als der Vorstandsvorsitzende. Jeder Manager müsse sich ständig an ein sich wandelndes Marktumfeld anpassen, sagte er. Beim Investmentbanking der Deutschen Bank gehe es jedoch nicht um die Strategie, sondern um die Ausführung. Dies sei seine persönliche Sicht, sagte Achleitner. Der Chefkontrolleur – mit einem Jahressalär in Höhe von 850.000 Euro für 2018 übrigend erneut Bestverdiener unter den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne – galt als flammender Befürworter einer Fusion mit der Commerzbank.

Sewing hatte mehr Erfolg verlangt
Vorstandschef Sewing hatte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Investmentbanker seines Hauses unter Druck gesetzt. "Im Kapitalmarktgeschäft haben wir zuletzt wenig verdient", kritisierte er. (fp)