Das Ergebnis der US-Wahl lässt hoffen: Sollte Joe Biden ins Weiße Haus einziehen und der Senat gleichzeitig in republikanischer Hand bleiben, könnte es für die Konjunktur der Vereinigten Staaten stramm aufwärts gehen. "Für die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten hätte man sich kaum ein besseres Ergebnis wünschen können", sagt David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank, im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Das Wichtigste für die Wirtschaft sei Berechenbarkeit. "Man will als Unternehmer nicht mit einem Tweet aufwachen, der mal eben höhere Zölle auf die eigenen Produkte ankündigt", sagt Folkerts-Landau. Biden dürfte mehr Verlässlichkeit bringen. Außerdem sei er ein Fan Europas und Deutschlands, was helfen dürfte, die Umstände wieder zu normalisieren. 

Ausgewogene Innenpolitik
Ein republikanischer Senat dürfte wiederum einen deutlichen Linksruck in der US-amerikanischen Politik verhindern. Denn er hätte die Vetomacht über alles, was den Demokraten an grundsätzlichen Richtungswechseln vorschwebt. "Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die für die Unternehmen von Nachteil gewesen wären. Beispielsweise in der Steuerpolitik oder im Arbeitsrecht", erklärt Folkerts-Landau. Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell dürfte aber standharft bleiben. "Er ist bekannt dafür, das hat er während der Obama-Präsidentschaft eindrucksvoll bewiesen", so der Volkswirt. (fp)