Die Deutsche Bank hat sich einen neuen Großkunden geangelt. Sie ist neben der Citigroup neuer Dienstleister des Berliner Neobrokers Trade Republic und führt künftig für dessen Kunden die Verrechnungskonten, die als Scharnier zwischen Girokonto und dem weiterhin von der HSBC Deutschland geführten Depot fungieren. Bislang übernahm die Solarisbank diese Schnittstellenaufgabe alleine. Betroffen sind sowohl Neu- wie viele Bestandskunden des Brokers, wie das Branchenportal "Finanz-Szene.de" unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit dem Magazin "Finance Forward" berichtet.

Der Meldung von "Finanz-Szene.de" zufolge bleibt die Solarisbank aber offiziell Partnerinstitut von Trade Republic. Allerdings handele es sich wegen des Wechsels eines großen Teils der mehr als eine Million Bestandskunden des Neobrokers faktisch um eine Migration der Konten weg von der als "Fintech-Institut" bekannten Solarisbank hin zur Deutschen Bank.

Trade Republic benötigt größere Bank
Das Branchenportal versucht aich auch an einer plausiblen Erklärung für den Schritt von Trade Republic: Die bislang von der Solarisbank erbrachte Dienstleistung des Führens der Depot-Verrechnungskonten sei nicht nur eine primär technisch-regulatorische Dienstleistung. Tatsächlich gehe es darüber hinaus um das Handhaben großer Geldflüsse – Trade Republic sei schließlich kein Start-up mehr, sondern einer der größten europäischen Retail-Broker mit mehr als einer Million Kunden und entsprechend riesigen Handelsvolumina. Daher sei es naheliegender, die Zahlungsabwicklung einer internationalen Großbank anzuvertrauen. 

Dazu passe, dass die Citigroup ebenfalls mit im Boot sitzt. Beide Großinstitute "verfügen über reichlich Erfahrung im großvolumigen Cash-Management und über eine breite Produktpalette – wozu auch Kreditprodukte gehörten, mit denen sich kurzfristige Liquidität für die Handelsabwicklung sicherstellen lasse", so "Finanz-Szene.de". (jb)