Der chinesische Mischkonzern HNA, seit kurzem größter Einzelaktionär der Deutschen Bank und Übernehmer des österreichischen Fondsanbieters C-Quadrat, soll nicht mehr an einer Übernahme der HSH Nordbank interessiert sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Agentur hatte Anfang April berichtet, dass der chinsesische Mischkozern zum Kreis der Kaufinteressenten gehören soll. Die Gründe für den Rückzug werden dem Bericht zufolge nicht genannt. Gemutmaßt wird allerdings, dass der hohe Bestand an ausfallbedrohten Schiffskrediten bei der HSH abschreckend gewirkt haben könnte.

Zu den weiteren Interessenten gehören Medienberichten zufolge der chinesische Versicherer Anbang und die US-Finanzinvestoren Apollo Global Management sowie Cerberus Capital Management. Über bis zu sechs mögliche Käufer wird spekuliert, weitere Namen seien jedoch nicht bekannt. Die interessierten Parteien sind laut Bloomberg derzeit dabei, die Bücher der Landesbank zu prüfen. Zudem sei diese Woche ein erstes Treffen mit dem Management vorgesehen.

HSH Nordbank hatte Interesse aus China erwartet
Der Verkaufsprozess der HSH Nordbank ist auf Drängen der Europäischen Union hin angekurbelt worden. Die Landesbank war durch faule Schiffskredite in eine gefährliche Schieflage geraten und musste durch staatliche Garantien gestützt werden. Bis Anfang 2018 müssen die Eigentümer, darunter die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein, nun einen neuen Eigentümer finden, andernfalls wird die Bank abgewickelt. (fp)