Kaum ist es einmal ruhiger um die Deutsche Bank geworden, schon folgt der nächste Tiefschlag: Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat vor ein paar Tagen die Geldwäsche-Prävention des Kreditinstituts moniert, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Das Problem: Der Deutschen Bank sei es bislang nicht hinreichend gelungen, die Identität ihrer Kunden zu prüfen. Für eine wirksame Geldwäscheprävention ist das allerdings eine wichtige Voraussetzung. 

Nun fordert die Finanzaufsicht die Deutsche Bank dazu auf, ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen und Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Das betrifft etwa das Aktualisieren von Kundendaten, das Überwachen von Geldtransaktionen, ebenso wie das Geschäft mit Korrespondenzbanken. Letzteres ist besonders anfällig für Geldwäsche, da es um den internationalen Transfer großer Summen geht. Daneben berichtet die SZ aus Insiderkreisen von einem weiteren Mangel: Auch im Investmentbanking soll das Kreditinstitut tausende Kunden mit hohem Geldwäsche-Risiko führen.

Nicht aus den Fehlern gelernt
Die Deutsche Bank ist in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Nachlässigkeiten bei der Geldwäschekontrolle negativ bei den Aufsichtsbehörden aufgefallen. Schon seit dem Jahr 2018 fordert die Bafin das Kreditinstitut dazu auf, die Kontrollen zu verschärfen, sogar die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG wurde bereits eingeschaltet. Die Identifizierung von Kunden war bereits damals ein Problem, so musste das Geldinstitut zwischen den Jahren 2018 und 2020 bereits insgesamt 60.000 brisante Kundenakten überprüfen und aktualisieren. Laut eigenen Angaben hat die Bank das Team rund um die Bekämpfung von Finanzkriminalität nun aufgestockt, um den Anordnungen der Bafin nachzukommen. (fp)