Wer im Lotto gewinnt, erbt oder auf anderem Wege zu plötzlichem Reichtum kommt, trägt sein Vermögen bevorzugt zur Deutschen Bank – auch wenn er eigentlich Kunde eines Wettbewerbers ist. "Das haben wir schon mehrfach beobachtet", erzählt der Leiter des Privatkundengeschäfts Manfred Knof im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Er erklärt sich die Beliebtheit damit, dass dem Geldhaus insgesamt eine hohe Wertpapierkompetenz zugesprochen wird, die gerade in Krisen sehr gefragt ist. "Zeiten wie diese geben uns die Chance, die Beratungskompetenz der Deutschen Bank im Wertpapiergeschäft voll für unsere Kunden auszuspielen."

Doch die Erfolge mit Neureichen reichen nicht aus, um die Verluste an anderer Stelle aufzuwiegen. Das Privatkundengeschäft steckt in der Krise. In den vergangenen zwei Jahren hat die Deutsche Bank fast 700.000 Kunden auf jetzt 19,5 Millionen verloren. Bei der Frage nach den Gründen, weicht Knof aus. "Alle klassischen Großbanken verlieren zurzeit Kunden. Das liegt sicher auch an der Altersstruktur", sagte er der FAZ.

App soll Banking attraktiver machen
Künftig wolle sich das Geldhaus darauf konzentrieren, neue Kunden zu gewinnen: Schüler, Auszubildende, junge Familien – sie "sind das Wachstum von morgen", so Knof. Erreichen will er die Zielgruppe unter anderem über eine neue App, die das Banking gerade für junge Leute attraktiver und einfacher machen soll. Zudem soll noch in diesem Jahr eine neue Marketing-Kampagne starten, die Fragen der Kunden aufgreift und Antworten vorschlägt. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bei den Kundenzahlen eine Trendwende schaffen können." (fp)