Die Deutsche Bank hat in der Nacht Gerüchte bestätigt, dass das US-Justizministerium eine Buße in Höhe von 14 Milliarden Dollar von dem Institut verlangt. Das größte deutsche Geldhaus soll damit für Verfehlungen bei der Verbriefung zweifelhafter Immobiliendarlehen büßen. Es wäre die höchste Strafsumme, die in den Vereinigten Staaten jemals gegen eine ausländische Bank verhängt wurde.

Die Deutsche Bank rechnet aber damit, dass die Strafe am Ende deutlich geringer ausfällt. „Die Deutsche Bank hat keine Absicht, diese möglichen Forderungen auch nur in der Nähe der zitierten Summe zu begleichen. Die Verhandlungen beginnen jetzt erst. Die Bank erwartet, dass sie zu einem ähnlichen Ergebnis führen wie bei vergleichbaren Banken, die sich auf weitaus niedrigere Summen geeinigt haben", heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

Strafe würde Börsenwert auffressen
Anfang des Jahres hatte Goldman Sachs in einem vergleichbaren Fall nach langen Verhandlungen einem Bußgeld in Höhe von rund 2,6 Milliarden Dollar zugestimmt. Die höchste Strafe bekam 2014 der Bank of America mit 16,65 Milliarden Dollar auferlegt. Allerdings sind die US-Banken deutlich größer, weisen eine höhere Ertragskraft auf und sind besser kapitalisiert als die Deutsche Bank.

Der deutsche Branchenprimus hat dem Finanzinformationsdienst Bloomberg zufolge eine Börsenkapitalisierung von rund 18 Milliarden Euro, das entspricht rund 20 Milliarden Dollar. Eine Zahlung von 14 Milliarden Dollar würde also weiten Teilen des Börsenwerts entsprechen. Die gesamten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten beliefen sich im Konzern zuletzt auf 5,5 Milliarden Euro. Eine weitere Kapitalerhöhung hatte Vorstandschef John Cryan mehrfach ausgeschlossen.

Kreditgeschäft aufgebläht
Zahlreiche Banken hatten sich in die Verfehlungen rund um den amerikanischen Hypothekenmarkt verstrickt. Sie gaben Kredite zum Teil an völlig mittellose Kunden aus und blähten damit ihr Kreditgeschäft auf. Die Geldhäuser verpackten die Darlehen in komplexe Verbriefungen und reichten sie an Investoren weiter. Der Preisverfall am amerikanischen Häusermarkt ließ diese Blase dann platzen und führte zur weltweiten Finanzkrise. (ert)