Die Deutsche Bank sucht dringend einen Ausweg aus ihrer Ertragskrise. Daher greift das größte deutsche Geldhaus nun auf die Hilfe eines externen Beraters zurück. Doch statt auf eine der üblichen Unternehmensberatungen fiel die Wahl auf die Consulting-Sparte des Finanzinvestors Cerberus. Dieser hält auch rund drei Prozent der Aktien an der kriselnden Großbank.

"Die anerkannte Expertise der Cerberus Operations Advisory Company wird uns auf dem Weg unterstützen, wieder attraktive Renditen für unsere Aktionäre und Investoren zu schaffen", hieß es in einer Mitteilung. Die Deutsche Bank bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal".

Geduld verloren, Höllenhund engagiert
Der neue Vorstandschef Christian Sewing hat dem Institut einen Strategieschwenk verordnet. Das Haus soll sich künftig stärker auf den Heimatmarkt und Europa konzentrieren. Das Geschäft in den USA sowie das Investmentbanking werden hingegen zurückgefahren. Investoren und Beobachter bezweifeln jedoch, dass diese Neuausrichtung ausreicht, um das strauchelnde Haus wieder auf solide Füße zu stellen.

Den Vertrag mit Cerberus, der nach dem Höllenhund aus der griechischen Mythologie benannt ist, hatte offenbar schon Sewings Vorgänger John Cryan ausgehandelt. Dieser musste im April seinen Posten räumen, da der Aufsichtsrat, personifiziert in Chefkontrolleur Paul Achleitner, die Geduld mit Cryan verlor. Der Kopf des Cerberus-Beraterteams ist Matt Zames. Er saß bis Sommer 2017 im Vorstand der US-Bank JP Morgan. Zames war Gerüchten zufolge als Kandidat für die Cryan-Nachfolge gehandelt worden.

Beraten, aber nicht handeln
Der Höllenhund sieht offenbar Ertragschancen in einem Feld, das viele andere Investoren meiden: europäische Finanzinstitute. So kaufte sich Cerberus auch bei der Commerzbank ein,  übernimmt demnächst einen Teil an der HSH Nordbank und übernahm die österreichische Bawag PSK. Die Deutsche Bank berät das US-Haus nun ausschließlich auf Vorstandsebene, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Für die Zeit des Beratungsmandats bei der Deutschen Bank darf der Finanzinvestor nicht mit der Aktie handeln. (ert)