Wer in den USA bei der Deutschen Bank als Investmentbanker arbeitet, darf sich über ein sattes Gehaltsplus freuen. Young Professionals erhalten künftig schon im ersten Berufsjahr 100.000 US-Dollar, im zweiten Berufsjahr 105.000 US-Dollar, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Das sind 15.000 Dollar mehr als zuvor und somit ein Plus von rund 18 Prozent. Auf der Associate-Ebene, eine Stufe höher auf der Karriereleiter, gibt es nun sogar 25.000 Dollar  mehr als zuvor. Dort verdienen Analysten bei der Deutschen Bank nun 150.000 Dollar im Jahr. Die Bank begründet die hohen Gehälter der Investmentbanker mit Wettbewerbsfähigkeit – auch die amerikanische und britische Konkurrenz bei Citigroup und Barclays hat die Gehälter ihrer Juniorbanker kürzlich angehoben.

Hierzulande zeigt sich die Deutsche Bank bei ihren Gehältern weniger großzügig: Aktuell fordert die Gewerkschaft Verdi 4,5 Prozent mehr Lohn für die Bankmitarbeiter. Die Arbeitgeberverbände schmetterten das allerdings bereits ab. "Die Banken bleiben auf Jahre hinaus auf der Kosten- und der Ertragsseite unter Druck, und wir haben es zurzeit mit so vielen Risiken und Unsicherheiten zu tun wie lange nicht", zitiert die FAZ Verhandlungsführerin und Commerzbank-Personalvorständin Sabine Schmittroth. 

Die Gehaltsschere wächst 
Während das deutsche Privatkundengeschäft der Deutschen Bank aufgrund der Nullzinsen nur mühsam Einnahmen bringt, brummt das Anleihegeschäft der Investmentbanker in New York, Singapur und London. Das zeigt sich auch in den Unterschieden bei den Gehältern: Nach Angaben der FAZ mussten Callcenter-Mitarbeiter mehrere Wochen lang für ein bankenübliches 13. Gehalt streiken, während 684 Mitarbeiter desselben Kreditinstituts im vergangenen Jahr ein Millionengehalt ausbezahlt bekamen. Vorstandsvorsitzender Christian Sewing steht auf der Gewinnerseite: Er bekam im vergangenen Jahr 46 Prozent mehr Gehalt als im Vorjahr. (fp)