Ein ehemaliger Händler der Deutschen Bank hat sich im Verfahren um Zinsmanipulationen schuldig bekannt. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität zuständige britische Serious Fraud Office (SFO). 

Christian Bittar war 2015 angeklagt worden, zusammen mit Mitarbeitern der britischen Großbank Barclays und der französischen Société Générale den Euribor, den Referenz-Zinssatz in der Euro-Zone, zum eigenen Vorteil manipuliert zu haben. Die Absprachen liefen über mehrere Jahre – von 2005 bis 2009. Bittars Anwälte hatten die Vorwürfe der Zinsmanipulation in der Vergangenheit stets vehement zurückgewiesen. Bittar wurde übrigens nicht durch den Libor-Skandal bekannt, sondern dadurch, dass er 2009 mit 80 Millionen Euro den höchsten Bonus in der Geschichte der Deutschen Bank zugesprochen bekommen hatte.

Libor-Skandal: Strafen für mehrere Banker
Das Gerichtsverfahren gegen fünf weitere Händler wegen der Zins-Manipulation soll laut Reuters am 9. April beginnen. Ursprünglich sollten sich in dem Londoner Verfahren elf Banker verantworten. Vier ehemalige Händler der Deutschen Bank entgingen dem Prozess, weil das Oberlandesgericht Frankfurt und die Staatsanwaltschaft Auslieferungsersuchen der britischen Behörden nicht entsprochen hatten.

Der Libor-Skandal hat schon mehrere Banker ihre Karriere gekostet. Vergangene Woche erst belegte die FCA den Deutsche-Bank-Händler Guillaume Adolphe wegen Libor-Manipulationen mit einer Strafe von 180.000 Pfund und einem Berufsverbot für die Finanzbranche. Der erste Händler, der im Libor-Skandal verurteilt wurde, war 2012 der Brite Tom Hayes, der zu elf Jahren Haft verurteilt wurde. (jb)